• Harare pocht auf Finanzhilfen - Nach der gescheiterten Konferenz hoffen die Briten auf das Commonwealth

Politik : Harare pocht auf Finanzhilfen - Nach der gescheiterten Konferenz hoffen die Briten auf das Commonwealth

Hendrik Bebber

Die Konferenz war schon geplatzt, bevor sie begonnen hatte. Die Bedingungen, die der britische Außenminister Robin Cook der Minister-Delegation aus Simbabwe stellte, waren durchaus legitim und vernünftig, aber konnten von den Vertretern des selbstherrlichen und paranoid um seine Macht kämpfenden Präsidenten Robert Mugabe nicht akzeptiert werden. Cook beharrte nach dem gescheiterten Treffen auf dem gleichen Standpunkt, mit dem die britische Regierung auch schon in die Konferenz gegangen war: "Ich habe jeglichen Fortschritt abgelehnt, solange Simbabwe nicht die notwendigen Schritte unternimmt, um die Landbesetzungen zu beenden."

Doch die Delegation aus Harare beharrte darauf, dass die "innenpolitischen Schwierigkeiten" in keinem legitimen Zusammenhang mit dem gebrochenen Versprechen der Briten stünden, die Bodenreform in Simbabwe finanziell zu unterstützen. Sie verlangte die bedingungslose Überweisung der ausstehenden 36 Millionen Pfund (rund 102 Millionen Mark). Selbst eine Verpflichtung zur Gewaltlosigkeit wollte Verhandlungsführer John Nkomo nicht abgeben.

Die Briten ließen sich nicht von dem Köder locken, den Präsident Mugabe zur gleichen Zeit in Harare ausgelegt hatte. Sein Polizeichef Augustine Chihuri verkündete, dass die Gewalt gegen die weißen Großgrundbesitzer ausgerechnet durch die Inkraftsetzung von Notstandsverordnungen beendet würde, die sich der letzte weiße Premierminister Rhodesiens, Ian Smith, zur Unterdrückung der schwarzen Opposition ausgedacht hatte. Diese verbieten kurzerhand alle politischen Kundgebungen und Demonstrationen, wenn sie nicht persönlich von den Parteivorsitzenden geleitet werden.

Die Oppositionsparteien witterten sofort den Braten: Mugabe ginge es kaum darum, seine Anhänger von den bereits besetzten Farmen zu vertreiben, sondern vielmehr um einen Vorwand, seine Zusage freier Wahlen zurückzunehmen. Die Notstandsgesetze würden praktisch alle politischen Aktivitäten im Wahlkampf unterdrücken - ausgenommen natürlich die der Zanu-Volksfront des Präsidenten.

Nach der Londoner Verhandlungspleite setzen die Briten nun ihre Hoffnung auf das am Dienstag stattfindende Treffen der Commonwealth-Minister in London. Besonders die in diesem Gremium vertretenen Nachbarn Simbabwes haben wohl einen größeren Einfluss auf Mugabe als der ehemalige Kolonialherr, der im Namen der Europäischen Union sprach. Der frühere südafrikanische Präsident Nelson Mandela deutete bereits an, dass hinter den Kulissen alles getan würde, damit Mugabe die Situation "abkühlen" könne. "Das Volk von Simbabwe erwartet mit Recht, dass Großbritannien sein Versprechen zur Finanzierung der Bodenreform einlöst," sagte Südafrikas ehemaliger Präsident. "Aber das rechtfertig nicht ihre Methoden, sich des Besitzes weißer Farmer zu bemächtigen."

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