Politik : Hardliner in Weiß (Kommentar)

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Jetzt ist das passiert, womit alle gerechnet haben. Der Friedensschluss zwischen Bundesgesundheitsministerin Fischer, den Krankenkassen und den Ärzte währte nicht lange. Der erst vor wenigen Tagen gefeierte Arzneimittel-Komromiss ist wieder vom Tisch. Standesfunktionäre der Ärzte drohen erneut damit, Patienten bekämen notwendige Medikamente nicht, wenn die Arzneimittelbudgets nicht reichen. Die Herren in Weiß haben damit ihr Wort gebrochen. Gemeinsam mit den Kassen und mit der Ministerin wollten sie nach Wegen suchen, zu helfen, den Kostenanstieg im Gesundheitswesen zu bremsen. So versprachen sie es. Dabei sah es sogar so aus, als könnten die Mediziner im Streit ums Globalbudget und Regressforderungen auch ihre medizinischen Argumente jetzt besser zu Gehör bringen. Umsonst. Weil die Hardliner unter den Ärztefunktionären Ton und Inhalt bestimmen, herrscht totale Konfrontation. Neben dem Konflikt mit Frau Fischer erleiden die Ärzteschaft ein heftiger Machtkampf zwischen fundamentalistischen Besitzstandswahrern und gemäßigten Kräften. Ausgetragen wird das alles auf dem Rücken der Versicherten. Ob dies das Vertrauen des Patienten in die Damen und Herren Doktoren fördert?

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