Hariri-Mord : Syriens Hilfe zufriedenstellend

Der Sonderermittler der Vereinten Nationen hat die Unterstützung Syriens bei der Untersuchung des Mordes am libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri als "zufriedenstellend" bezeichnet.

New York - Das Ausmaß an Unterstützung von Seiten Syriens während der Erstellung des Berichts sei im Großen und Ganzen zufriedenstellend, heißt es in dem veröffentlichten Zwischenbericht der vom Belgier Serge Brammertz geleiteten Ermittlungsgruppe. Bei dem Anschlag auf Hariri mit einem mit Sprengstoff beladenen Lastwagen waren im Februar 2005 in Beirut insgesamt 23 Menschen getötet worden.

Die libanesische Regierung legte dem Parlament unterdessen den Beschluss zur Einrichtung eines internationalen Tribunals zur Untersuchung des Hariri-Mordes vor. Das Kabinett habe sich einstimmig für das Sondergericht ausgesprochen, sagte der Minister für Telekommunikation, Marwan Hamadé. Der pro-syrische Parlamentspräsident Nabih Berri hatte jedoch in der vergangenen Woche erklärt, das Parlament werde nicht zusammenkommen, solange die Regierungskrise anhalte. Sechs pro-syrische Minister hatten das Kabinett vor einigen Wochen verlassen, um gegen das geplante Hariri-Tribunal zu protestieren.

UN-Ermittler Brammertz hatte im September bekannt gegeben, etwa 1,8 Tonnen Sprengstoff seien in einem Mitsubishi-Lastwagen deponiert gewesen, der den Anschlag auf Hariri verursachte. Dieser sei vermutlich von einem 20- bis 30-jährigen Selbstmordattentäter gezündet worden, um Hariri zu töten. Brammertz' Vorgänger, der Berliner Staatsanwalt Detlev Mehlis, hatte in zwei Zwischenberichten "überzeugende Beweise" für eine Verwicklung der syrischen und libanesischen Geheimdienste in die Ermordung Hariris gesehen. Syrien bestreitet jegliche Verantwortung für den Anschlag. (tso/AFP)

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