Hariri-Tribunal : Syrien ist nervös

Bis Dezember will das „Sondertribunal für den Libanon“ in Den Haag bekannt geben, ob es Mitglieder der Hisbollah wegen des Attentats auf Rafik Hariri anklagen wird. Bei dem Anschlag starben der libanesische Ex-Premier und 22 seiner Begleiter. Offenbar sprechen mehr und mehr Hinweise dafür, auch wenn sich die Ermittler offiziell in Schweigen hüllen. Für die Hisbollah steht viel auf dem Spiel. Ihr Nimbus auf der arabischen Straße könnte verblassen, sollten ihre Kader die Megabombe im Februar 2005 tatsächlich gezündet haben. Und so versuchen Damaskus und Teheran dieser Tage die Arbeit des UN-Tribunals nach Kräften zu torpedieren. Syrien erließ Haftbefehle gegen 33 Personen „wegen Falschaussagen“ im Fall Hariri – unter anderem gegen den Polizeichef, den Generalstaatsanwalt sowie den früheren Justizminister des Libanon. Mit auf der Liste steht auch der deutsche UN-Ermittler Detlev Mehlis. Der Berliner Oberstaatsanwalt vermutete die Hintermänner des Anschlags von Anfang an in Damaskus, auch wenn das Tribunal die unter seiner Regie verhafteten vier Hauptverdächtigen 2009 „aus Mangel an Beweisen“ wieder laufen ließ. (M.G.)

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