Politik : Hass und Hilfe

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Er sitzt im Rollstuhl, ist fast blind und spricht mit einer hohen, quäkenden Stimme. Die erhebt Scheich Ahmed Jassin, der Gründer und spirituelle Führer der islamistischen Hamas-Bewegung, vor allem, um zum Kampf gegen Israel aufzurufen. Der 65-Jährige ist kompromisslos in seiner Ablehnung Israels - und hat dessen Existenzrecht bisher nicht anerkannt und die Fortsetzung des Kampfes angekündigt. Da Hamas auch im sozialen und karitativen Bereich sehr aktiv ist, genießt die Organisation hohe Popularität. Ebenso wie ihr Führer Scheich Jassin, der 1936 bei Ashkalon geboren wurde. Seine Familie musste 1948 nach Gaza flüchten. Durch einen Unfall ist Jassin seit seinem 12. Lebensjahr an den Rollstuhl gefesselt. Er hat mehrere islamische Bewegungen in Gaza gegründet, zuletzt 1987 die Hamas, die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangen ist. Sie verfügt über einen militärischen Arm, der für Selbstmordanschläge in Israel verantwortlich ist. Während der Intifada wurde Hamas zu einer Massenbewegung. Scheich Jassin lehnt die Abkommen von Oslo ab - er glaubt nicht an eine politische Lösung mit Israel. Da Hamas die größte innenpolitische Opposition ist, bot Arafat ihr Sitze im Parlament an. Vergeblich. 1989 wurde Scheich Jassin von den Israelis verhaftet und wegen der Beteiligung an der Entführung zweier Soldaten zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Austausch gegen zwei Mossad-Agenten, die in Amman festgenommen worden waren, wurde er 1997 freigelassen.

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