Politik : Hat die CSU bald eine Generalsekretärin?

Lisa Wandt

Berlin – Seit dem Wochenende brodelt es in der CSU-Gerüchteküche: Es geht um die Söder-Nachfolge. Die 29-jährige Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär könnte den Posten des CSU-Generalsekretärs bekommen. Sie bestätigte der dpa, Horst Seehofer und Erwin Huber hätten mit ihr gesprochen und sie habe durchaus Interesse an der Position. Huber und Seehofer konkurrieren Ende September um den CSU-Vorsitz. Huber wollte von dem angeblichen Gespräch mit Bär am Wochenende nichts wissen: „Ich habe bisher niemandem ein Angebot gemacht. Entscheidungen fallen erst nach den Wahlen“, dementierte Huber. Noch ist Markus Söder Generalsekretär, aber er wird bereits als möglicher Nachfolger für Umweltminister Werner Schnappauf gehandelt, der in die Wirtschaft wechselt.

Mit Dorothee Bär würde die CSU nicht nur ihre erste Generalsekretärin bekommen, sondern auch eine Frau, die nicht so poltert wie Söder. Als frühere Journalistin hat sie gelernt, ihre Worte abzuwägen. Die jüngste bayerische Abgeordnete im Bundestag ist verheiratet und hat eine 13 Monate alte Tochter. Als Bär 2002 ins Parlament einzog, studierte sie noch in München. Wegen der Nähe zum Bundestag wechselte sie ans Otto-Suhr-Institut nach Berlin – nicht ohne Bedenken, denn für die konservative Studentin war das Institut eine „linke Kaderschmiede“, bekannte Bär 2005 vor Kommilitonen in einer Abschlussrede. Sie sei überrascht gewesen, dass „die meisten doch ganz normal ausschauen“, sagte die Frau, die bis zu ihrem Abschluss im Jahr 2005 meist in Hosenanzug oder Kostüm zwischen Uni und Bundestag pendelte und gern Dolce&Gabbana trägt.

Der Posten als Generalsekretärin wäre ein erster Höhepunkt ihrer Karriere: Geboren in Bamberg, wurde Bär mit 13 Jahren Mitglied der Jungen Union, mit fünfzehn trat sie in die CSU ein. Seit 2001 gehört sie dem Vorstand der Partei an. 2005 verfehlte sie zwar den Wiedereinzug ins Parlament. Doch als Innenminister Günther Beckstein auf sein Mandat verzichtete, konnte sie nachrücken. Im Bundestag ist sie Mitglied der Ausschüsse Bildung und Forschung sowie Kultur und Medien. Lisa Wandt

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