Politik : Hat Milosevic Waffen an Separatisten geliefert?

Ex-Geheimdienstgeneral belastet in Den Haag ehemaligen Präsidenten

Klaus Bachmann

Den Haag . Den Anklägern im Prozess gegen den früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic ist es offenbar gelungen, dessen Verteidigungsstrategie zu erschüttern. Mit geheimen Briefen und Zeugenaussagen konnten sie vor dem Den Haager Kriegsverbrechertribunal nachweisen, dass die serbische Führung unter Milosevic Anfang der neunziger Jahre Separatisten in Kroatien direkt mit Waffen unterstützt hat.

Dass die jugoslawische Armee serbische Rebellen gegen Kroatien unterstützte, das gerade seine Unabhängigkeit erklärt hatte, war durchaus bekannt und ist auch von Milosevic nicht bestritten worden. Doch am Donnerstag erklärte der Ex-Chef der Gegenspionage des jugoslawischen Geheimdienstes KOS, General Aleksander Vasiljevic, dass auch Einheiten des serbischen Innenministeriums in Slawonien eingesetzt gewesen seien. Dies wäre ohne die Zustimmung Milosevics nicht möglich gewesen, so Vasiljevic. Der General galt Anfang der neunziger Jahre als Vertrauter Milosevics und soll selbst die serbischen Separatisten in Kroatien aufgehetzt haben.

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