Politik : Hauptquartier weist Kritik an General zurück

Nach Urlaub von Viereck bei Unruhen im Kongo

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Berlin - Im Potsdamer Hauptquartier der Eufor-Truppe für den Kongo kann man die Aufregung um die Abwesenheit des Oberbefehlshabers Karlheinz Viereck während der Unruhen in Kinshasa in der vergangenen Woche nicht nachvollziehen. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel hatte kritisiert, dass Viereck ausgerechnet zu dieser Zeit Urlaub gemacht habe, dafür hätten weder die Menschen im Kongo noch die Verbündeten oder gar die Soldaten im Einsatz Verständnis. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) wollte sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Er verwies auf den Außenbeauftragten der EU, Javier Solana.

Der General „führt immer“ und habe auch während dieser Tage alle Entscheidungen getroffen, die auf seiner Ebene zu treffen waren, sagte ein Sprecher des Eufor-Hauptquartiers in Potsdam. Viereck hat nach eigenen Worten vom 21. bis 23. August in Schweden seine Lebensgefährtin getroffen. Sie sei, ebenso wie er, „beruflich sehr eingespannt“, sagte er „Bild“.

Nach EU-Regeln kann der Kommandeur selbst entscheiden, wann er Urlaub macht. Zu dem Vorwurf, Viereck habe den falschen Zeitpunkt gewählt, sagte der Sprecher: „Es ist fast immer was. Erst war Wahltag, eine Woche vor dem Vorfall war auch eine entscheidende, diese Woche ist Bekanntgabe der Präsidentenwahlergebnisse, nächste Woche die der Parlamentswahlen, dann wird die nächste Runde der Wahlen vorbereitet.“ Allerdings habe „auch ein Mann wie General Viereck einmal persönliche Dinge zu regeln.“ Die Befehlskette sei wie die nötige Geheimhaltung gewährleistet. „Alle haben doch sehen können: Die Eufor war immer zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten am richtigen Ort.“ Im übrigen gehöre es zur Aufgabe Vierecks, viel unterwegs zu sein. Als Befehlshaber einer aus 23 Nationen zusammengestellten Truppe, sei er oft nicht in Potsdam. „Da müssen wir sicherstellen, dass er jederzeit führungsfähig ist.“ Auch in diesen Fällen sei das Kommando geregelt. mue

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