Politik : Heftige Kämpfe in Aleppo

Beirut - Syrische Rebellen haben sich in Aleppo, im Nordwesten Syriens, am Dienstag den vierten Tag in Folge heftige Kämpfe mit Regierungssoldaten geliefert. Die Hauptstadt Damaskus hingegen schienen die Truppen von Präsident Baschar al Assad wieder weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sagte am Dienstag, das Ende des Regimes in Syrien stehe kurz bevor.

Erdogan zeigte sich zuversichtlich, dass das Assad-Regime früher oder später fallen werde. „Wir denken, dass das syrische Volk dem Sieg immer näher kommt“, sagte er am Montagabend in einer Rede. Die nördlich an Syrien angrenzende Türkei gilt als entschiedener Gegner Assads. Syrische Rebellenführer geben zum Teil von türkischem Gebiet aus ihre Kommandos. Experten gehen davon aus, dass syrische Oppositionskämpfer auch ihre Waffen teilweise über diesen Weg erhalten.

Allerdings gibt es jenseits der Erfolgsmeldungen vonseiten der Rebellen auch immer wieder Berichte über Rückschläge und Verluste bei der Opposition. In der nur etwa 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernten Millionenstadt Aleppo setzten die Rebellen ihre jüngste Offensive gegen die Regierungstruppen fort. Die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete am Dienstag, Soldaten hätten den Rebellen bei Kämpfen in den Vierteln Salaheddine und Sukkari schwere Verluste zugefügt. Die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über Bombardements mehrerer Stadtviertel durch Regierungstruppen in der Nacht zum Dienstag. Demnach beschossen Armee- Helikopter mehrere Viertel Aleppos. Ein Vertreter der Aufständischen sagte, die Rebellen hätten mehrere Stadtteile Aleppos „befreit“. Bei der Niederschlagung einer Meuterei im zentralen Gefängnis der Stadt wurden laut dem oppositionellen Syrischen Nationalrat, SNC, acht Häftlinge getötet. In einigen Teilen der Stadt habe es in den frühen Morgenstunden auch Proteste gegen Präsident Assad gegeben.

Die Gefechte in Aleppo begannen am Wochenende, als Regimegegner erklärten, die Stadt befreien zu wollen. dpad

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