Politik : Heftige Kämpfe in östlichen Stadtvierteln - Kreml stellt Friedensbedingungen

Tschetschenische Rebellen haben das Stadtzentrum von Grosny auch am Donnerstag gegen russische Angriffe verteidigt. Das russische Militär berichtete von heftigen Kämpfen in den östlichen Stadtvierteln. Russische Artillerie nahm die Stadt von allen Seiten unter Beschuss. Augenzeugen beobachteten, wie schwer bewaffnete Rebellen zum Kampf gegen die Soldaten an den Stadtrand verlegt wurden. Im Süden der Kaukasusrepublik versuchten Rebellen nach Angaben eines Kommandeurs der Grenztruppen, über eine von den Russen blockierte Straße ins benachbarte Georgien durchzubrechen.

Russische Truppen versuchten, die Kontrolle über die Bergdörfer Sandak und Sandak-Ara an der Grenze zu Dagestan zu übernehmen. Dabei seien zwölf Rebellen getötet worden, erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Im russisch kontrollierten Norden kam es nach Militärangaben zu Angriffen der Rebellen auf Kontrollpunkte von Armee und Polizei. Nach einem Bericht der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass setzten die Rebellen Granatwerfer gegen russische Ziele in zwei Dörfern ein.

Nahe Grosny wurden am Mittwoch sieben westliche Journalisten neun Stunden lang festgehalten und verhört. Anschließend wurden sie wieder freigelassen. Nach Darstellung des russischen Außenministeriums hatten sie nicht die nötigen Papiere, um in der Gefechtszone zu arbeiten. Bei den Männern handelte es sich um amerikanische, britische und spanische Presse- und Rundfunkmitarbeiter.

Der Kreml nannte unterdessen als Bedingung für Friedensverhandlungen in Tschetschenien den eindeutigen Verzicht der abtrünnigen Kaukasus-Republik auf Unabhängigkeit. Gespräche mit Vertretern der Tschetschenen könne es erst geben, wenn Tschetschenien anerkenne, dass es ein fester Bestandteil der Russischen Föderation sei, sagte der stellvertretende Chef der Kreml-Verwaltung, Igor Schabdurassulow, der russischen Zeitung "Rossijskije Westi".

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