Heiligsprechung von Johannes Paul II. : Altkanzler Kohl würdigt „größten Papst seit langer Zeit“

Als „größten Papst seit langer Zeit“ würdigte Altkanzler Helmut Kohl Johannes Paul II. „Wir Deutsche und Europäer haben allen Grund, diesem großartigen Mann Dank zu sagen“, erklärt Kohl. Am Sonntag spricht Papst Franziskus seine beiden Vorgänger Johannes Paul II. und Johannes XXIII. heilig.

Papst Johannes Paul II. (l) hatte 1998 den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen.
Papst Johannes Paul II. (l) hatte 1998 den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen.Foto: dpa

Altkanzler Helmut Kohl hat Papst Johannes Paul II. vor dessen Heiligsprechung am Sonntag als „größten Papst seit langer Zeit“ gewürdigt. „Wir Deutsche und Europäer und mit uns viele Menschen in der Welt haben allen Grund, diesem großartigen Mann Dank zu sagen. Er war ein Pontifex im wahren Sinne des Wortes: Er war ein Brückenbauer“, schreibt Kohl in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Samstag). „Er hat die Menschen verstanden, er hat sie angesprochen und ihre Herzen berührt.“ Kohl würdigte auch den Beitrag Johannes Pauls II. „am Zusammenbruch des Kommunismus“: „Er hat ganz wesentlichen Anteil daran, dass der Fall der Berliner Mauer und die friedliche Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas 1989/90 möglich wurden.“

Papst Franziskus spricht seine beiden Vorgänger Johannes Paul II. (1920-2005) und Johannes XXIII. (1881-1963) am Sonntag heilig. Zu dem Großereignis der katholischen Kirche auf dem Petersplatz werden Hunderttausende Gläubige erwartet.

Der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, verteidigte die Heiligsprechung. „Es gibt natürlich viele Kritiker, die sich jetzt zu Wort melden und Heiligsprechungen für überkommen erklären. Da schimmert gefährliche Arroganz durch“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). Das Wirken der Heiligen führe vor Augen, „dass ein Leben im Sinne Gottes gelingen kann“. „Heiligenverehrung ist nicht unmodern“, betonte er. (dpa)

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