Politik : Heimatliebe

Matthias Meisner

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Die Liebe zur Nudel – womöglich auch deshalb hat sich Helmut Kohl nicht nur in der Pfalz, sondern auch in Bonn sauwohl gefühlt. Das italienische Restaurant „Sassella“ jedenfalls wirbt heute noch mit seinem alten Stammgast. Keiner jedenfalls habe die Nudel als Ingredienz der Bonner Machtroutine so verkörpert wie Kohl, als er im „Sassella“ seine Pasta einnahm, heißt es auf der Internet-Seite des Lokals. Ganz offenbar musste es nicht immer Saumagen sein.

Die Frage, wo Joschka Fischer am liebsten ausgeht, ist wieder aktuell, nachdem der deutsche Außenminister sein Interesse am EU–Posten mit dem Hinweis dementiert hat, er brauche kein Stammlokal in Brüssel. Seinen grünen Freunden galt der heimliche Parteichef jedenfalls stets auch kulinarisch als wegweisend. Als er noch Wein trank, kaufte Fischer zuweilen bei Aldi, weshalb dann auch andere Grüne guten Billigwein süffelten. Später in Bonn war es ein kleines französisches Lokal hinter der Oper, in Berlin ein Italiener an der Danziger Straße, die Fischer lieb und teuer waren. Und vielen grünen Politikern, die gern in der Umgebung des Ministers gesehen wurden, gleich mit.

Doch nun gilt Fischers neue Liebe – Schokolade. Vor kurzem hat der Außenminister ein kleines Fachgeschäft am Helmholtzplatz in Prenzlauer Berg entdeckt, berichtet der Inhaber seinen Freunden. Fischer genießt die Auswahl zwischen Tiroler Edelschokolade Walnuss, Tafeln mit sortenreinem Kakao von der Elfenbeinküste und Rumtrüffeln. Und, nicht zu vergessen, Schokolade mit rosa Pfeffer – aus Belgien. Schließlich gelten die Belgier nicht umsonst als die Meister der Schokoladenkunst. Bereitet er sich doch auf Brüssel vor?

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