Heimliches Video : Wer ist der Urheber des Romney-Films?

Amerika rätselt über die Urheberschaft des heimlich gefilmten Videos, das den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney in Bedrängnis bringt. Vielleicht haben sogar mehrere Personen das private Treffen mit Wahlkampfspendern gefilmt.

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Washington - Amerika rätselt über die Urheberschaft eines Videos mit problematischen Aussagen des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, das den Ausgang der Wahl am 6. November entscheidend beeinflussen könnte. Der heimlich aufgenommene Film zeigt Romney am 17. Mai in Florida im freimütigen Gedankenaustausch mit wohlhabenden Geldgebern für seinen Wahlkampf. Er beklagt unter anderem, dass 47 Prozent der Amerikaner keine Einkommensteuer zahlen, sich als Opfer betrachten, abhängig von staatlichen Sozialleistungen seien und daher in jedem Fall Präsident Barack Obama wählen werden.

Eventuell haben mehrere Personen während des offiziell rein privaten Treffens mit Wahlkampfspendern gefilmt. Inzwischen sind nach einer Zählung des „Wall Street Journals“ 130 Videoschnipsel mit potenziell schädlichen Aussagen Romneys im Internet zu finden. Darin bezweifelt er auch die Bereitschaft der Palästinenser zum Frieden mit Israel.

James Carter IV., ein Enkel des früheren Präsidenten Jimmy Carter, sagte der Nachrichtenagentur AP, er sei an der Veröffentlichung der ersten Filmauszüge auf der Internetseite des „Mother Jones Magazins“ am Montag beteiligt gewesen. Als er die Szenen auf der Internetplattform Youtube entdeckte, habe er den Urheber ausfindig machen und überzeugen können, das Video zu veröffentlichen. Den Namen gab er nicht preis.

In den USA wird nun diskutiert, ob es für Spitzenpolitiker überhaupt noch eine Privatsphäre gebe, in der sie ungeschützt Fragen beantworten und diskutieren können. Die Wahlkampfteams erwägen, jedem Teilnehmer einer Begegnung mit den Spitzenkandidaten die Smartphones und andere technische Geräte abzunehmen. Darüber hinaus unternehmen die Republikaner den Versuch, die Debatte über das richtige Verhältnis von Selbstverantwortung und Staatsfürsorge offensiv zu führen.

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