Politik : Heitmann-Nachfolge: Der Bundestagsabgeordnete Kolbe ist Sachsens Neuer für Justiz

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Der 47-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete und Notar Manfred Kolbe aus Naunhof in der Nähe von Leipzig wird Nachfolger des zurückgetretenen Steffen Heitmann (CDU) im Amt des sächsischen Justizministers. Das wurde am Rande einer Landtagssitzung am Donnerstag in Dresden bekannt gegeben. Kolbe soll bereits heute die Amtsgeschäfte aufnehmen.

Kolbe wurde 1953 in Naunhof geboren, lebte aber seit 1959 in Westdeutschland. In Berlin und München studierte er Jura und arbeitete zunächst als Staatsanwalt, dann im bayerischen Finanzministerium und später als Richter am Finanzgericht in München. Seit 1990 lebt Kolbe in Sachsen. Er unterstützte in der sächsischen CDU zu Beginn der 90er Jahre den so genannten "Erneuerungsflügel" und sitzt seit zehn Jahren für den Wahlkreis Döbeln-Oschatz-Grimma im Bundestag und führt dort seit 1999 als Sprecher die sächsische Landesgruppe.

Der neue Justizminister gilt als unorthodoxer Abgeordneter. Geschlossenheit in der Partei sei zwar notwendig, aber kein Selbstzweck, wird Kolbe zitiert. In der Unionsfraktion hatte Kolbe wegen seines gelegentlichen Ausscherens aus der Fraktionsdisziplin im Haushaltsausschuss für Furore gesorgt. So brachte er eine von dem seinerzeitigen Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) geplante Kürzung der Investitionsförderung Ost zu Fall und kritisierte den onkelhaften Umgang von Bundeskanzler Helmut Kohl mit den Ostabgeordneten. In der CDU-Landtagsfraktion ist die rasche Lösung der Amtsnachfolge von Steffen Heitmann mit Erleichterung zur Kenntnis genommen worden. Fraktionsvorsitzender Fritz Hähle sprach von einer guten Entscheidung. Sachsen bekomme einen hoch qualifizierten Justizminister. Die Opposition will Fachmann Kolbe eine "faire Chance" einräumen.

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