Politik : „Heldin von Mittweida“ vor Gericht

Lars Rischke

Hainichen - Anfang des Jahres wurde die junge Frau aus dem sächsischen Mittweida wegen ihrer Zivilcourage geehrt. Seit Dienstag nun sitzt die 18-jährige Rebecca K. auf der Anklagebank im Saal 1 des Amtsgerichts Hainichen – wegen Vortäuschens einer Straftat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, einen Neonazi- Überfall Ende vergangenen Jahres frei erfunden und sich ein Hakenkreuz selbst in die Haut geritzt zu haben.

Die Angeklagte verweigerte zu Prozessbeginn die Aussage. Ihr Verteidiger Axel Schweppe wies aber den Vorwurf zurück, die damals 17-Jährige habe den Vorfall erfunden. Seine Mandantin stehe nach wie vor zu ihrer ursprünglichen Aussage.

Die Jugendliche aus Mittweida hatte angegeben, vier Neonazis hätten sie angegriffen und ihr ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt, als sie einem Aussiedlermädchen zu Hilfe geeilt sei. Die Ermittler hielten die Angaben für plausibel. Später kamen Zweifel auf, weil sich keine Zeugen fanden. Vor allem aber stützt sich die Anklage auf ein Gutachten, wonach die Art der Verletzung auf eine Selbstbeibringung hinweisen soll. Ein erstes Gutachten hatte eine Fremdeinwirkung nicht ausgeschlossen. Lars Rischke

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar