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Herausforderung der internationalen Gemeinschaft : Nordkorea führt umstrittenen Raketenstart durch

Erneut schießt Nordkorea eine Rakete ins All. Was als Satellitenstart angekündigt ist, wird von vielen Staaten als verdeckter Test einer Interkontinentalrakete gesehen. Es gibt scharfen internationalen Protest.

Nordkorea hat erneut mit einem umstrittenen Raketenstart die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert.
Nordkorea hat erneut mit einem umstrittenen Raketenstart die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert.Foto: dpa

Nordkorea hat erneut mit einem umstrittenen Raketenstart die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert. Trotz aller Warnungen startete das kommunistische Land am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr eine mehrstufige Unha-3-Rakete. Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums erfolgte der Start kurz vor 10.00 Uhr (vor 01.00 Uhr MEZ) vom Sohae-Raketenstartort an der Westküste. Nordkorea erklärte, der Start sei erfolgreich gewesen, ein Satellit habe wie geplant die angepeilte Erdumlaufbahn erreicht.
Die USA und die Vereinten Nationen haben den Raketenstart in Nordkorea scharf verurteilt, auch Südkorea und Japan verurteilten den Start. Der Abschuss sei ein “hochprovokativer Akt“ und verstoße gegen UN-Resolutionen, teilte das US-Präsidialamt mit und kündigte an, zusammen mit internationalen Partnern “geeignete Maßnahmen“ zu suchen. “Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten und an Nordkorea eine klare Botschaft senden, dass diese Verstöße von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats Konsequenzen haben“, sagte ein Präsidialamtssprecher. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach ebenfalls von einem provokativen Akt, der nicht zu billigen sei. Der UN-Chef mache sich Sorgen um die Sicherheit in der gesamten Region, teilte Bans Sprecher mit. Der Start stelle eine klare Verletzung der UN-Resolution 1874 dar. Darin hat der Weltsicherheitsrat Nordkorea aufgefordert, auf Starts mit Hilfe ballistischer Raketentechnologie zu verzichten. Am Mittwoch will sich der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit dem Test befassen.

Auch Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat unterdessen den Raketenstart verurteilt. „Dieser provokatorische Akt verschärft die Spannungen in der Region und droht die koreanische Halbinsel weiter zu destabilisieren“, heißt es in einer Erklärung Rasmussens vom Mittwoch. Zurückhaltender reagierte Russland. Man bedauere den Raketenstart zutiefst, erklärte das Außenministerium in Moskau. Ähnlich äußerte sich Nordkoreas Verbündeter China. Die Volksrepublik rief die Regierung in Pjöngjang dazu auf, UN-Resolutionen zu befolgen.

Während Nordkorea erneut von einem Satellitenstart sprach, sehen die USA, Südkorea, Japan und andere Staaten darin den verschleierten Test einer Interkontinentalrakete. Solche ballistische Raketen können einen atomaren Sprengkopf tragen. Insbesondere die USA befürchten, dass nordkoreanische Interkontinentalraketen amerikanisches Festland erreichen könnten.

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