Politik : Herr Schipanski will sich nicht dem Müttergenesungswerk widmen

KLAUS J.SCHWEHN

Als sich Dagmar Schipanski als Unionskandidatin für das Amt der Bundespräsidentin in Bonn vorstellte, kam zwangsläufig die Frage: "Welcher karitativen Organisation wird sich im Falle Ihrer Wahl Ihr Mann widmen?".Die spontane Antwort: "Bestimmt nicht dem Müttergenesungswerk".Was einen Hinweis auf die Tradition bedeutete, in die sich bislang in der Geschichte der Bundesrepublik die Präsidentenfrauen immer gern einreihten.Denn das Müttergenesungswerk ist von Elly Heuß-Knapp, der ersten Präsidentengattin, begründet worden.

Ihr soziales Engagement hat für die Zukunft prägend gewirkt.So setzte sich auch Wilhelmine Lübke ein: Ihr Engagement galt - neben dem Müttergenesungswerk - der "Aktion Gemeinsinn" und dort der freiwilligen Mithilfe in von Personalnot bedrohten Krankenhäusern und Pflegeanstalten.Zusammen mit ihrem Mann, Bundespräsident Heinrich Lübke, begründete sie das Kuratorium "Deutsche Altershilfe".

Hilda Heinemann, Frau des ersten und bislang einzigen sozialdemokratischen Bundespräsidenten, übernahm die Schirmherrschaft von "anmesty international" und für den "Deutschen Frauenring".1970 begründete sie eine nach ihr benannte Stiftung, die sich um die Eingliederung geistig behinderter Erwachsener in die Berufswelt bemühte.

Leidenschaftlich setzte sich die Ärztin Mildred Scheel im Kampf gegen den Krebs ein - dem sie mit nur 52 Jahren selbst erlag.Im September 1974 gründete sie die "Deutsche Krebshilfe e.V.", deren Präsidentin sie wurde und die fortan ihren Namen trug.

Ärztin ist auch Veronica Carstens, die auch heute noch ihre internistische Fachpraxis - mit der besonderen Ausrichtung auf biologische Medizin und Homöopathie - betreibt.Sie übernahm während der Amtszeit ihres Mannes die Schirmherrschaft der Deutschen Multiple-Sklerose-Gesellschaft und begründete die "Fördergemeinschaft für Erfahrungsheilkunde Natur und Medizin".

Marianne von Weizsäcker übernahm 1985 die Schirmherrschaft des Bundesverbandes der Elternkreise drogengefährdeter und -abhängiger Jugendlicher.Vier Jahre später rief sie die "Stiftung Integrationshilfe ehemals Drogenabhängiger e.V." ins Leben.Um "Zeichen zu setzen", trat sie beispielsweise für den Verzicht auf Wein beim Abendmahl ein.

Christiane Herzog, die amtierende Präsidentengattin, war in Gremien des Christlichen Jugenddorfes tätig.1986 gründete sie die deutsche Mukoviszidose-Hilfe zur Bekämpfung dieser Drüsenerkrankung.Daneben wirkte auch sie als Schirmherrin des Müttergenesungswerkes und des Deutschen Komitees für UNICEF.

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