Politik : Hertha schlägt Hamburg 4:1

Dank eines gut aufgelegten Marcelinho beenden die Berliner mit einem 4:1 die Serie des zuvor vier Mal in Folge siegreichen Hamburger SV. Der FC Bayern behauptete die Tabellenführung, entging aber nur knapp einer Blamage in Freiburg. (26.02.2005, 17:11 Uhr)

Berlin - Hertha BSC hat trotz eines Platzverweises gegen Yildiray Bastürk den Höhenflug des Hamburger SV gestoppt und sich selbst im Kampf um einen internationalen Startplatz wieder besser positioniert. Die Berliner bezwangen am 23. Bundesliga-Spieltag «Lieblings-Gegner» Hamburg mit 4:1 (3:0) und zogen in der Tabelle wieder an den Hanseaten vorbei. Für den HSV, der in Berlin aus seiner Feldüberlegenheit kein Kapital schlug, war es unter Cheftrainer Thomas Doll die erste Pleite nach vier Siegen hintereinander. Hertha ist im Olympiastadion nun seit sechs Spielen unbesiegt, feierte den insgesamt erst vierten Heimsieg.

Billy Reina nach einem schweren Fehler von HSV-Torwart Martin Pieckenhagen (4.), Gilberto mit einer herrlichen Einzelleistung (16.) und Marcelinho nach einem Konter über Bastürk (31.) schafften schon zeitig die Entscheidung für die Gastgeber. Nochmals Gilberto sorgte für das Endresultat (81.). Die Gäste spielten vor 40 399 Zuschauern zwar munter mit, erarbeiteten sich auch die größeren Spielanteile. Doch erst nach 78 Minuten traf Sergej Barbarez, der zuvor einen Elfmeter vergab, per Kopf. Berlins Keeper Christian Fiedler verhinderte mit einer Serie von Glanzparaden weitere Hamburger Tore.

Allerdings verweigerte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) einem regulären HSV-Treffer die Anerkennung. Einen Kopfball des eingewechselten Collin Benjamin (40.) erwischte Fiedler deutlich sichtbar erst hinter der Torlinie. Auch nach der Pause drängten die Gäste vehement auf ein Erfolgserlebnis. Als Bastürk einen Schuss von Khalid Boulahrouz mit der Hand an die Latte lenkte (62.), musste der Türke mit Rot vom Platz. Barbarez schoss den fälligen Elfmeter aber nur an den Pfosten. Später kam er nach Eingabe von Beinlich per Kopf doch noch zu seinem zehnten Saisontor. Das änderte aber nichts mehr: Der letzte HSV-Sieg in Berlin datiert weiter vom August 1997 (2:0).

Die Gastgeber mussten auf Stürmer Nando Rafael (Zerrung) verzichten, konnten aber auf Bastürk zurück greifen, dessen Erkältung abgeklungen war. Dazu rückte der zuletzt gesperrten Kapitän Arne Friedrich wieder in die Startelf. Und Bastürk holte gleich in der Startphase im Zweikampf gegen Moreira jenen Freistoß heraus, der Herthas Torejagd einleitete. Pieckenhagen ließ in seinem 100. Bundesligaspiel für den HSV den eher harmlosen Versuch von Marcelinho abklatschen, Reina staubte zu seinem zweiten Saisontor ab. Wieder nach Vorbereitung von «Marcello» vernaschte Gilberto mit Daniel van Buyten und Khalid Boulahrouz gleich zwei Hamburger und schob ein.

Die Gäste, die ohne den verletzten Emile Mpenza auskommen mussten, setzten Hertha zwar immer wieder unter Druck. Doch Barbarez (18.), Raphael Wicky (28.) und Björn Schlicke (38.) fanden im herausragenden Fiedler ihren Meister. Auf der Gegenseite brachte ein Konter über Reina und Bastürk, den Marecelinho vollendete, das 3:0. Für den Brasilianer war es Saisontor Nummer zehn. Gilberto setzte sein sechstes Tor oben drauf. Nach dem verlorenen «Sechs-Punkte-Spiel» beim VfB Stuttgart kann Hertha nun wieder von höheren Zielen träumen.

Freiburg - Bayern

Der FC Bayern München konnte derweil seine Tabellenführung verteidigen. Am 23. Spieltag kam der deutsche Rekordmeister beim Vorletzten SC Freiburg zu einem mühevollen 1:0 (0:0)-Erfolg. Ausgerechnet Sebastian Deisler, erstmals seit dem 16. Oktober wieder in der Startelf, erzielte in der 52. Minute den Siegtreffer für die Elf von Trainer Felix Magath, die sich mit 47 Punkte vom FC Schalke 04 (44) absetzte. Allerdings kann der Verfolger am Sonntag mit einem Erfolg gegen Hannover 96 wieder gleichziehen.

Bremen - Bochum

Als dritte Kraft behauptete sich Werder Bremen. Drei Tage nach der 0:3-Pleite gegen Olympique Lyon in der Champions League schoss sich der Titelverteidiger den Frust mit einem 4:0 (1:0) gegen den VfL Bochum von der Seele. Valerien Ismael (45.), Frank Baumann (49.), Nelson Valdez (53.) und Johan Micoud (73.) schossen die Tore für Werder.

Dortmund - Mainz

Bochum bleibt nur der Trost, dass sich der Vier-Punkte-Rückstand zum rettenden Ufer nicht vergrößert hat. Denn der FSV Mainz 05 verlor bei Borussia Dortmund mit 0:3 (0:1), blieb im neunten Spiel hintereinander sieglos und seit nunmehr 410 Minuten ohne Torerfolg. Ebi Smolarek (28.), Jan Koller (54.) und Lars Ricken (74.) trafen vor 74 000 Zuschauern für die Borussia.

Bielefeld - Nürnberg

Arminia Bielefeld entledigte sich mit einem 3:1 (2:1) gegen den 1. FC Nürnberg aller Abstiegssorgen, während die Franken weiter bangen müssen. Auch der 18. Saisontreffer von Rekordschütze Marek Mintal (30.) konnte die vierte «Club»-Niederlage in Serie nicht verhindern. Auf der Gegenseite sorgten Delron Buckley (6.) mit seinem 14. Saisontor, Nationalspieler Patrick Owomoyela (19.) und Roberto Pinto (72.) dafür, dass die Arminen zum vierten Mal in Folge ungeschlagen blieben.

Rostock - Gladbach

Borussia Mönchengladbach verpasste durch ein 0:0 beim Tabellenletzten Hansa Rostock einen ähnlichen Befreiungsschlag. Die Elf von Trainer Dick Advocaat war mit dem einen Punkt sogar noch gut bedient, denn Schiedsrichter Hermann Albrecht verweigerte Rostock einen Handelfmeter und damit die Gelegenheit zum ersten Saison- Heimsieg.

Lautern - Wolfsburg

Einen Rückschlag musste auch der 1. FC Kaiserslautern hinnehmen. Nach sechs Heimsiegen in Folge reichte es gegen den VfL Wolfsburg nur zu einem 0:0, obwohl die Gäste nach der Gelb-Roten-Karte gegen Facundo Quiroga (49.) früh dezimiert waren. (tso) ()

0 Kommentare

Neuester Kommentar