Politik : Herzog bietet Moskau Partnerschaft für das 21.Jahrhundert an

Lob für die Reformpolitik Jelzins / Rußlanddeutsche zum Bleiben aufgefordert MOSKAU (tib/AP/dpa).Bundespräsident Herzog hat dazu aufgerufen, Rußland als gleichberechtigten Partner in die Weltordnung einzubeziehen.Am zweiten Tag seines Staatsbesuchs in Moskau sicherte er zudem eine deutsch-russische Partnerschaft für das 21.Jahrhundert zu, mit der die wirtschaftlichen Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden sollen.Die russische Führung forderte er auf, den eingeschlagenen Weg der marktwirtschaftlichen Reformen trotz aller Schwierigkeiten weiterzugehen.Gemeinsam mit der russischen Regierung appellierte er an die mehr als eine Million Rußlanddeutschen, in Rußland zu bleiben. Die zwischen Deutschland und Rußland angestrebte Partnerschaft für das 21.Jahrhundert befinde sich erst am Anfang, sagte der Bundespräsident vor Wirtschaftsvertretern beider Länder.Die Wirtschaftspolitik müsse durch eine von Rücksichtnahme und zugleich globaler Abstimmung geprägte Sicherheits- und Außenpolitik ergänzt werden.Die gemeinsame Politik müsse auf Partnerschaft und nicht auf Abgrenzung gerichtet sein. Im russischen Parlament wird Herzog heute wie geplant vor dem Auswärtigen Ausschuß sprechen.Der Ältestenrat der Duma bestätigte am Dienstag diese Entscheidung.Es hatte in den vergangenen Tagen Verwirrung darüber gegeben, ob Herzog nicht doch vor dem Plenum des Parlaments spricht.Nach offiziellen Angaben ist dies jedoch nicht möglich, weil am Mittwoch die erste Sitzung des Parlaments nach der Sommerpause ist.In der russischen Öffentlichkeit findet der Staatsbesuch ein zurückhaltendes, aber durchweg freundliches Echo.Der Besuch Herzogs, der in Rußland anders als Bundeskanzler Kohl weitgehend unbekannt ist, wird in der russsischen Presse als Beleg dafür angesehen, daß Deutschland in der Außenpolitik Moskaus einen besonderen Platz einnimmt. Zur Eröffnung des "Deutsch-Russischen Hauses" in Moskau sagte Herzog, die Bundesrepublik setze damit ein Zeichen der Verantwortung, "die sie für die Rußlanddeutschen nach wie vor empfindet"."Selbstverständlich bleibt die Tür nach Deutschland für die offen, die zurückkehren möchten", sagte Herzog weiter.Der Bundespräsident zeigte sich zuversichtlich, daß "eine vollständige Rehabilitierung der Rußlanddeutschen zu einem guten Ende gebracht werden kann".Er dankte Rußland für die Bereitschaft, Rußlanddeutsche aus anderen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion, vor allem aus Kasachstan, aufzunehmen.Der russische Minister für Nationalitätenfragen, Michailow, kündigte an, auf der föderativen Ebene könne bald ein Vertretungsorgan für die Rußlanddeutschen geschaffen werden.

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