Politik : Herzog schließt neue Irritationen mit China nicht aus

Bundespräsident betont aber auch Wichtigkeit enger BeziehungenPEKING (krö).Bundespräsident Roman Herzog schließt nicht aus, daß es auch in Zukunft zu Verstimmungen zwischen Deutschland und China kommen kann.Gerade wegen der Irritationen in der Vergangenheit und möglicher künftiger Irritationen sei es jedoch wichtig, die Beziehungen zwischen beiden Ländern "so eng wie nur möglich zu knüpfen", erklärte Herzog am Dienstag in einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Jiang Zemin in Peking.China werde eine der großen, wenn nicht die große Weltmacht des 21.Jahrhunderts werden.Der chinesische Staats- und Parteichef äußerte die Erwartung, daß der einwöchige Besuch Herzogs die gegenseitigen Beziehungen "auf ein neues Niveau" heben werde. Herzog betonte nach dem über einstündigen Gespräch, daß er mit Jiang Zemin in doppeltem Sinne deutsch gesprochen habe, weil er erstens einen Dolmetscher gebraucht und zweitens die Probleme nicht verschwiegen habe.Etwa eine Viertelstunde habe man sich über die umstrittenen Menschenrechts- und Rechtsstaatsfragen ausgetauscht.Einzelheiten wollte der Bundespräsident jedoch nicht nennen, da China sich mit Recht gegen Interventionen von außen wende.Im weiteren Verlauf seiner Beratungen mit der chinesischen Führung wird Herzog nach eigenen Worten eine von amnesty international zusammengestellte Liste mit politischen Gefangenen übergeben.

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