Hessen : Koch kann mit FDP koalieren - Ypsilanti tritt zurück

Roland Koch kann in Hessen zusammen mit der FDP eine Regierung bilden. Das Ergebnis der Union blieb zwar hinter den Erwartungen zurück; die Liberalen legen aber kräftig zu. Andrea Ypsilanti hat den SPD-Landesvorsitz niedergelegt.

TSG
Thorsten Schäfer-Gümbel soll offenbar Nachfolger von Andrea Ypsilanti als Landes- und Fraktionschef werden. -Foto: dpa

WiesbadenBei der Wahl in Hessen verlieren die Sozialdemokraten nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis 13 Prozentpunkte und kommen auf nunmehr 23,7 Prozent. Die CDU kann kaum davon profitieren und kommt auf 37,2 Prozent. Das sind lediglich 0,4 Punkte mehr als bei der Wahl vor einem Jahr. Gewinner sind klar die kleinen Parteien: Die Liberalen legen 6,8 Punkte zu und kommen auf 16,2 Prozent. Nach 7,5 Prozent bei der Wahl 2008 erreichen die Grünen 13,7 Prozent. Die Linke zieht verzeichnet ein kleines Plus von 0,3 Punkten und zieht mit 5,4 Prozent erneut in den Landtag ein.

Die CDU kommt auf 46 Sitze (plus 4), die SPD auf nur noch 29 Sitze (minus 13) im Parlament. Die FDP gewinnt neun Sitze hinzu und kommt auf 20. Die Grünen gewinne acht und haben jetzt 17. Die Linke bleibt bei sechs Sitzen.

Hessenwahl

Die hessische SPD-Fraktions- und Landesvorsitzende Andrea Ypsilanti zog unmittelbar die Konsequenzen aus dem Wahldebakel. Kurz nach Bekanntgabe der ersten Wahlprognosen am Abend kündigte sie den Rückzug von ihren Ämtern an. Thorsten Schäfer-Gümbel soll ihr im Amt des Fraktions- und Parteivorsitzenden folgen.

Koch: Schnelle Regierungsbildung

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zeigte sich hoch zufrieden mit dem Ausgang der Landtagswahl vom Sonntag. "Es gibt wieder eine klare politische Regierungsmehrheit in Hessen", sagte Koch am Abend in Wiesbaden. Koch fügte hinzu, er nehme den Auftrag an, die nächste Regierung zu bilden. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sieht das Ergebnis der Christdemokraten als Signal für das Superwahljahr 2009. "Wir haben alle Chancen, im Bund 40 plus X zu gewinnen."

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel räumte die schwere Niederlage für die Sozialdemokraten ein. "Es war eine Denkzettelwahl", sagte er am Sonntagabend in Wiesbaden. Ein Teil der Menschen sei enttäuscht gewesen, dass die SPD den Weg zu einem Linksbündnis eingeschlagen habe, ein anderer Teil, dass sie es nicht hinbekommen habe. "Dieser Spagat hat viele in der Wählerschaft zerrissen."

FDP feiert

Hessen-Ergebnis

FDP-Chef Guido Westerwelle ließ sich feiern. Er bezeichnete das deutlich zweistellige Wahlergebnis der Liberalen als "herausragenden Wahlsieg". "Wort halten, Charakterstärke - es wird vom Wähler belohnt", sagte Westerwelle nach den ersten Prognosen am Sonntagabend in Berlin.

Der Bundesvorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat seinen hessischen Parteifreunden zu ihrem Stimmenplus gratuliert. "Das ist ein grandioser Wahlsieg für die Grünen", sagte er am Sonntag nach den Zugewinnen seiner Partei bei der Landtagswahl. Mit über 13 Prozent hätten die hessischen Parteifreunde "das beste Ergebnis in allen Flächenstaaten erreicht, in denen die Grünen jemals angetreten sind". (Tsp/sf/ae/dpa/ddp)

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