Hessen : Ypsilanti einstimmig zur Fraktionschefin gewählt

Andrea Ypsilanti ist ab sofort Vorsitzende der neuen sozialdemokratischen Landtagsfraktion in Hessen. Ihr erster Auftrag: Sondierungsgespräche über eine Ampelkoalition mit FDP und Grünen.

WiesbadenNach Angaben der SPD wurde Stillschweigen über Ort, Zeit und Inhalt der Gespräche mit den Parteivorsitzenden von FDP und Grünen vereinbart. Ypsilanti erklärt, das sozialdemokratische Projekt eines "Aufbruchs in eine soziale Moderne" biete Grünen und Liberalen viele Anknüpfungspunkte für ein erfolgreiches Miteinander. Arbeit, Bildung, Energie und Sicherheit seien die Themen, über die die SPD mit den anderen Parteien reden wolle. Die Ergebnisse der Gespräche zwischen Sozialdemokraten, Grünen und FDP will die SPD auf einem Parteitag Ende März beraten.

Gerhardt glaubt an Ampel

Der frühere FDP-Vorsitzende Wolfgang Gerhardt hält nach eigenen Worten eine Jamaika-Koalition aus CDU, FDP und Grünen in Hessen trotz aller Widerstände für möglich. "Das haben wir immer noch als eine Vorstellung, die realistisch erscheint", sagte Gerhardt am Dienstag im Deutschlandradio. Ob es zu einem derartigen Bündnis komme, hänge nun jedoch von den Grünen ab. Die hessischen Grünen gratulierten Ypsilanti unterdessen zu ihrer Wahl als Fraktionschefin. "Wir wünschen uns, dass ihre Amtszeit nicht von Dauer sein möge", sagte der Partei- und Fraktionsvorsitzende Tarek Al-Wazir. Nach dem Willen der Wähler müsse die 50-Jährige zur nächsten hessischen Ministerpräsidentin gewählt werden.

Mehrheit will Koch nicht mehr

Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des TV-Senders N24 sind auch 48 Prozent der Bundesbürger dafür, dass Hessens Ministerpräsident Roland Koch abtritt. 38 Prozent wollen ihn hingegen weiter an Hessens Spitze sehen. 14 Prozent der insgesamt 1.000 Befragten hatten dazu keine Meinung oder machten keine Angaben.

Uneinigkeit

Nach der Landtagswahl in Hessen haben weder CDU und FDP noch SPD und Grüne eine Mehrheit im Wiesbadener Landtag. Da CDU und SPD eine Große Koalition bislang ablehnen, bleibt nur ein Dreierbündnis. Derzeit lehnt die FDP allerdings eine Ampelkoalition aus SPD, Liberalen und Grünen ab. Die Grünen sind gegen ein Jamaika-Bündnis mit CDU und FDP. Die SPD dagegen lehnt ein Zusammengehen mit der Linkspartei ab. (cp/dpa)

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