Politik : Hessische Landesregierung: Von Koch nur einen Mausklick entfernt

Christoph Schmidt Lunau

Ein Zukunftssignal nennt Roland Koch seine neue Sozialministerin. Mit der 32-jährigen CDU-Landtagsabgeordneten Silke Lautenschläger trete die jüngste Ministerin der Republik in sein Kabinett ein. Koch nannte die Nachfolgerin der 55-jährigen Marlies Mosiek-Urbahn durchsetzungsstark und kompetent. Von ihrer Homepage im Internet gelangt man durch einfachen Mausklick zu der des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Auch umgekehrt funktioniert offenbar die Verbindung. Silke Lautenschläger teilt mit ihrem künftigen Kabinettschef nicht nur den Beruf des Rechtsanwalts, sondern auch die Leidenschaft für gutes Essen.

Auf Anhieb gewann Lautenschläger vor gut zwei Jahren ihren südhessischen Heimatwahlkreis Darmstadt Dieburg 2. Die Mutter zweier Kinder hat bewiesen, dass sie Beruf und Familie vereinen kann. Etwas einfacher sei das schon in ihrem Heimatdorf Modautal, "11 Häuser, mehr Pferde und Kühe als Menschen" und vier Generationen in einem Haus. Selbstbewusst berichtete die Ministerin bei ihrer Vorstellung, sie habe Kochs Angebot erst angenommen, nachdem ihr neuer Chef ihr zugesichert habe, auch künftig die ersten Stunden des Tages mit ihren Kindern verbringen zu können.

Am Freitag wird die neue Ministerin in den US-Bundesstaat Wisconsin reisen, um das von Koch propagierte Sozialhilfemodell zu studieren. Als Mitglied des sozialpolitischen Ausschusses hatte sie die Reise ohnehin gebucht. Auf die Sozialhilfe-Debatte angesprochen, setzte sie den Akzent etwas anders als ihr neuer Chef. Der Staat habe geradezu eine Verpflichtung, die Familien aus der Sozialhilfe herauszubringen; dabei gelte es zu fordern und zu fördern. An Selbstbewusstsein fehlt es ihr nicht. Auf dem berühmten Fragebogen antwortet sie auf die Frage, wer oder was sie hätte sein mögen: "ich selbst". Ihr Motto: "Es gibt keine Probleme, nur Lösungen".

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