Hessischer Wahlkampf : Der Ton wird schärfer

Die Sachlichkeit ist im hessischen Wahlkampf offenbar ad acta gelegt worden. Nicht anders sind die immer heftigeren Wortgefechte zwischen CDU und Linkspartei zu erklären. Jetzt zieht Roland Koch in Richtung Oskar Lafontaine vom Leder.

Koch
Harte Worte. Hessens Ministerpräsident nimmt kein Baltt vor den Mund. -Foto: ddp

München/BerlinCDU-Vize Roland Koch sieht in Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine eine Gefahr für die Demokratie. "Lafontaine ist ein intelligenter Zerstörer. Ihm ist die Stabilität der Gesellschaft völlig egal", sagte der hessische Ministerpräsident der Illustrierten "Bunte". Der frühere SPD-Vorsitzende sei beseelt vom Hass auf die SPD, der er "mit aller Gewalt schaden" wolle. Dabei schrecke er auch vor rechtsradikalen Tönen nicht zurück.

Koch bezeichnete Lafontaine als "kalten Populisten", der die Fähigkeit habe, Stimmungen in der Bevölkerung zu erspüren und diese skrupellos für seine Zwecke auszunutzen. Dabei verspreche er den Menschen, "dass Milch und Honig fließen".

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, warf Koch im Gegenzug Scheinheiligkeit vor: "Ausgerechnet der Hüter der schwarzen CDU-Kassen und der mit einer ausländerfeindlichen Kampagne ins Amt gekommene Roland Koch schwingt sich jetzt zum Oberlehrer in Sachen Demokratie auf", monierte Bartsch in Berlin.

Koch warnte unterdessen mit Blick auf die hessische Landtagswahl im Januar 2008 vor einem Regierungswechsel unter Beteiligung der Linken. "Ich habe schon eine gewisse Wut im Bauch, wenn ich daran denke, dass am Ende Altkommunisten in einem wirtschaftlich so erfolgreichen und auch angesehenen Bundesland wie Hessen ins Parlament und möglicherweise sogar in die Regierung einziehen könnten", sagte der Ministerpräsident. (mit ddp)

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