Hilferuf : USA: Verbündete sollen Guantánamo-Häftlinge aufnehmen

Jetzt ist es amtlich: Die USA fordern ihre Verbündeten dazu auf, ehemalige Guantánamo-Häftlinge aufzunehmen. "Wir brauchen ihre Hilfe", erklärte US-Vizepräsident Joe Biden.

Joe Biden
"Wir brauchen Hilfe." Joe Biden fordert die Verbündeten auf, Guantánamo-Häftlinge aufzunehmen. -Foto: AFP

MünchenDie USA fordern andere Staaten zur Aufnahme von bisherigen Guantánamo-Häftlingen auf. Vizepräsident Joe Biden äußerte diese seit längerem erwartete Bitte der neuen US-Regierung erstmals offiziell bei der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstag. Ohne Deutschland zu nennen, sagte er in Richtung der Verbündeten: "Wir brauchen Ihre Hilfe." Man bitte andere darum, "Verantwortung für einige der Insassen von Guantanamo zu übernehmen".

USA wollen mit dem Iran sprechen

Biden betonte, die USA strebten generell eine verstärkte Zusammenarbeit mit Europa an. Man wolle partnerschaftlich vorgehen. Es gehe darum, starre Ideologien abzulegen und einander zuzuhören. Die neue US-Regierung werde zudem nicht nur für Sicherheit eintreten, sondern sich auch bemühen, ihren Werten gerecht zu werden. Dazu gehöre neben der Schließung des umstrittenen Gefangenenlagers Guantanamo auf Kuba auch der Verzicht auf Folter.

An Iran appellierte Biden, von der Entwicklung nuklearer Waffen Abstand zu nehmen. Diese Bestrebungen des Landes seien nicht förderlich für den Frieden in der Region. Die USA seien "gewillt, mit Iran darüber zu sprechen". Für einen Ausstieg aus dem Atomprogramm werde es "echte Anreize geben", kündigte der US-Vizepräsident an. (jg/ddp)

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