Hilfsgüter : Piraten geben Frachter frei

Somalische Piraten haben einen Frachter mit Nahrungshilfe freigegeben. Ob Lösegeld gezahlt wurde, ist unklar.

Nairobi/BrüsselSomalische Piraten haben einen Frachter mit Nahrungshilfe des UN-Welternährungsprogramms WFP freigegeben. Wie ein WFP-Sprecher mitteilte, hat der Frachter MV Sea Horse bereits am Freitag seine Fahrt fortsetzen können. Die Sea Horse war mit Hilfsgütern für Flüchtlinge und Opfer der Dürre in Somalia beladen. Inoffizielle Berichte über eine angebliche Zahlung von 100.000 Dollar Lösegeld (rund 77.000 Euro) wurden nicht bestätigt. Üblicherweise fordern die Seeräuber für die Freigabe von Schiffen hohe Summen.

Trotz der Präsenz von Kriegsschiffen aus aller Welt kaperten Piraten am Wochenende das belgische Schiff Pompei. Die belgische Regierung bemühe sich laut Regierungschef Herman Van Rompuy um die Freilassung der zehn Seeleute an Bord des Spezialschiffs, das für das Versenken von Steinen im Meer gebaut wurde. Van Rompuy machte aber keine Angaben darüber, ob es mittlerweile einen direkten Kontakt der Reederei oder der Regierung zu den Piraten gibt. Ein spanisches sowie zwei französische Kriegsschiffe nahmen inzwischen Kurs auf die Pompei.

Derzeit haben Piraten vor der somalischen Küste fast 20 Schiffe und mehr als 300 Seeleute in ihrer Gewalt. Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung und auch keine Küstenwache. Kriegsschiffe mehrerer Staaten und der Nato patrouillieren daher nach einer Serie von Piratenangriffen am Horn von Afrika. (ds/dpa)

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