Politik : Hinter den Linden: Fixer Junge

Stephan-Andreas Casdorff

Er macht nicht alles anders ... Auch dieser Bundeskanzler, man muss es sagen, baut junge Leute auf. Aber weil offenbar alle Kanzler wissen, wie es ist, wenn die nächste Generation zu sehr drängt, stammen diejenigen, die unterstützt werden, vorsichtshalber aus der übernächsten. Ein Beispiel ist Hans Martin Bury.

Alert ist er, adrett gekleidet, seine Worte sind wohlgesetzt. Überhaupt wirkt er, der die 30 noch nicht lange überschritten hat, schon gesetzt. Seit der Wahl arbeitet Bury, der aus Baden-Württemberg kommt (was strategisch, im Blick auf das nächste Jahr, auch keine schlechte Wahl ist), im Kanzleramt als Staatsminister. Damit ist er zwar noch kein Minister; der Titel "Staatsminister" ist dem Kanzleramt und Auswärtigen Amt für ihre Parlamentarischen Staatssekretäre vorbehalten. Doch was nicht ist, kann ja werden. Oder so: Wird schon noch werden.

Wirtschaftsminister Werner Müller, auf den der Kanzler hört, findet, dass Bury sein Nachfolger im Amt werden könne. Wenn er denn mal aufhören will. Das ist nur jetzt nicht aktuell. Anders könnte es aktuell nur kommen, wenn ein Minister unfreiwillig aus dem Amt ausschiede. Sagen wir so: Bury ist ohnehin schon der Mann für Zukunftsinvestitionen. Das Verkehrsressort ist das mit einem enormen Etat für Investitionen - nur ist die Zukunft des Ressortchefs Reinhard Klimmt nicht ganz sicher.

Aber Bury kann warten. Bis dahin gilt: Nicht links abbiegen, nicht rechts, immer geradeaus. Dann ergibt sich die Möglichkeit zum Überholen schon - nur darf er sich beim Vorwärtsdrängen nicht erwischen lassen. Das kann er besser machen als der Kanzler.

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