Politik : Hinter den Linden: Fragen aus Bottrop

Stephan-Andreas Casdorff

Ob der Mensch noch Vorrang hat in der Welt der Maschinen und der modernen Kommunikation, in der Welt des Handels und der Werbung, in der Welt der Politik und Kultur? Und wem dienen in Wahrheit die Anstrengungen menschlichen Fortschritts und Forschens? Das fragte sich - der Papst, und zwar bereits vor dem Sommerloch, außerdem schon vor Jahren, nämlich im Mai 1987 in einem Ort namens B. - B. wie Bottrop. Seine Fragen sind: ewige! Berechtigte! Und jetzt forschen wir gemeinsam nach der Antwort.

Das Sommerloch bringt uns dazu, denn es füllt sich ständig aufs Neue. Diese Arbeit will aber ohne Umstand, mit Anstand bewältigt werden. Da brauchen wir gute Laune, und zu der verhilft vielleicht die Erkenntnis, dass der Mensch sich durch Arbeit selbst verwirklicht. Das verstand der Sozialethiker Oswald von Nell-Breuning eindrücklich zu erklären. Nun gut, der war ein Priester, was hier, im säkularen B., bekanntermaßen noch kein Qualitätsnachweis ist. Aber der Jesuit war ein großer Denker, und mit solchen kann man gerade in Berlin auch immer ganz gut renommieren. Zum Trost.

Der zweite folgt sogleich. Und zwar so: Zwei Worte könne seine Tochter inzwischen sprechen, sagt der Kollege M. und blickt kurz auf von der anstrengenden Bewältigung des Sommerlochs, das Wort Apfelsaft und, nach einem Blick auf die Hose des Vaters - Arbeit! Der Kollege erzählt es freudig, auch ein wenig stolz, die Runde lacht, die Laune ist prächtig. Mitten in der Welt der Politik und Kommunikation, umgeben von Maschinen. Ja, das ist die Antwort!

Nur schon dafür hat sich heute die Arbeit gelohnt.

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