Politik : Hinter den Linden: Fummeln

Ulrike Fokken

Die Beamten in den Ministerien fummeln gern. Im Finanzministerium friemeln sie ein bisschen an den Einzelplänen zum Haushalt herum, bis es am Ende passt und die Zahlenkolonnen von Einnahmen und Ausgaben stimmen. Im Gesundheitsministerium wurschteln sie nun schon seit Jahren an einer Gesundheitsreform, im Landwirtschaftsministerium frickeln sie gerade an den Gütekriterien für ein Öko-Siegel und im Arbeitsministerium arbeiten die Beamten sowieso unermüdlich an Vorschriften, Kampagnen und Initiativen.

Kind der jüngsten Anstrengungen im Hause Riester ist Mozart. Kein hübscher Knabe, gleicht er dennoch einer Lichtgestalt, auf die Arbeitsminister Walter Riester doch Hoffnungen setzt. Nichts weniger als das "Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe" verbirgt sich hinter Mozart. Nicht nur das Vorhaben ist also Frucht langer Fummelei, sondern auch der klingende Name. Stundenlang brüten die Beamten darüber, wie sie welche Buchstaben in welcher Reihenfolge so zusammenstreichen, bis ein leicht über die Lippen gehender Name herauskommt. So wie Caesar. Kennen Sie garantiert nicht. Oder haben Sie schon mal von der Conference on Agricultural Statistical Applications gehört?

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