Politik : Hinter den Linden: Geheime Mission

Carsten Germis

Spätestens seit der Vorabendserie "Flipper", die manchen Jahrgang Jugendlicher im Fernsehen begeistert hat, weiß man, dass Delfine sehr intelligente Tiere sind. Sie sind nicht nur sozial, sondern wissen auch ihren Verstand zu benutzen. Und manchmal sind sie mit ihren kombinierten Fähigkeiten sogar dem Menschen überlegen, der sich so gerne für die Krone der Schöpfung hält.

Natürlich bleibt auch dem Militär nicht verborgen, was Millionen auf dem Bildschirm gesehen haben. Die Großen Tümmler, wie ihre Gattungsbezeichnung lautet, sind so klug, dass sogar welche in deutsche Gewässer geholt wurden, um der Bundesmarine zu helfen. Vom 5. bis 22. Mai fand in der Ostsee unter deutscher Beteiligung das Nato-Manöver "Blue Game" statt. Mit dabei: vier Delfine, die darauf abgerichtet sind, Minen aufzuspüren. Die Tiere wurden mit Großraumtransportern der US-Luftwaffe über den Flughafen Hamburg-Fuhlsbüttel ein- und am 19. Mai wieder ausgeflogen.

Für die Meeressäuger ist das Ganze wahrscheinlich nicht ungefährlich. Deswegen möchte die Tierschutzbeauftragte der PDS-Fraktion, Eva Bulling-Schröter, von der Regierung auch wissen, ob "die Tiere im Rahmen des Einsatzes einer gesundheitlichen Gefährdung ausgesetzt" sind. Und weil alles auch mit der Nato-Strategie zur Seekriegsführung zusammenhängt, hat sich die verteidigungspolitische Sprecherin der Fraktion, Heidi Lippmann, der Kleinen Anfrage gleich angeschlossen.

Noch ist geheim, was die vier Großen Tümmler bei dem Nato-Manöver in der Ostsee taten. Aber bald schon muss Verteidigungsminister Rudolf Scharping das Geheimnis lüften.

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