Politik : Hinter den Linden: He, Mister

Stephan-Andreas Casdorff

Ist es Wolfgang Gerhardt? Peter Struck? Guido Westerwelle? Joschka Fischer? Gregor Gysi? Helmut Kohl? Wahrscheinlich nicht. Es geht nicht um Inhalte. Es geht ums Äußere.

Manches ist doch auch in der Politik eine Sache des guten Geschmacks. Das hat sich wohl die Bundestagsabgeordnete Ute Kumpf gedacht, eine Sozialdemokratin aus Stuttgart. Deshalb bringt sie jetzt eine besondere Initiative auf den Weg. Keinen parlamentarischen Antrag, sondern einen persönlichen - sie sucht bei den Kollegen Unterstützung für die Antwort auf diese Frage: Wer ist der schönste Mann im deutschen Bundestag? Gesucht wird der Mister Bundestag. Dafür soll nun eine Jury einberufen werden.

Wer allerdings in diese Jury aufgenommen wird, ist heikel. Das sind die ersten Fragen an ein Preisgericht, vorab: Soll es nur aus Frauen bestehen? Oder auch aus Männern? Die nach dem Parteiproporz ausgesucht werden? Für die Grünen vielleicht Jürgen Trittin? Laurenz Meyer für die CDU geht ja nicht, weil der nicht im Bundestag sitzt. Ersatzweise wäre an wen zu denken? An Friedrich Merz? Wer wird jetzt also der Unions-Kandidat?

Wer die Wahl hat ... Schnell wird sie zur Qual. Auch politisch gesehen. In Baden-Württemberg, wo ja nun bald gewählt wird, ist es durchaus auch eine Sache des Geschmacks, wer die Stimme erhält. Aber zurück zu den Herren im Bundestag: Franz Müntefering, Michael Glos, Rezzo Schlauch, Rainer Brüderle, einer von ihnen als Mister Bundestag? Ja, wir denken ans Äußerste. Und über die Vorgaben denkt Ute Kumpf nach.

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