Politik : Hinter den Linden: I love you

Stephan-Andreas Casdorff

Vor fast genau einem Jahr war es, dass ein Computervirus mit dem Namen "I love you" weltweit die Computersysteme vieler Unternehmen und Behörden lahm legte, darunter die Parlamente in London und Kopenhagen. Das kommt einem dann wieder in den Sinn, wenn man a) ein gutes Gedächtnis hat oder b) ein gutes Ablagesystem, oder c) der Computer inzwischen wieder funktioniert und sowas abgerufen werden kann. Womit wir bei der CDU wären.

Ein Jahr danach würden sich Laurenz Meyer, der Mann mit der Wild Card - was heißt, dass er sich für den politischen Wettbewerb nicht erst qualifizieren muss -, und Angela Merkel wohl auch mal einen solchen Virus wünschen. Nicht den Spendenvirus, denn den ist die Partei sowieso nie richtig losgeworden, sondern einen richtig schönen Computervirus. Einen, der Behörden befällt, das Parlament vielleicht, und dann die ganzen Daten und Briefe im Untersuchungsausschuss auffrisst. Walther Leisler Kieps Daten zum Beispiel wären in dieser Hinsicht schon sehr willkommen.

Ein Jahr ist es jetzt her, seitdem er verschwunden ist. Aber wenn doch manche Million plötzlich wieder auftaucht, dann womöglich auch ein Computervirus. Und so wird jetzt auch danach überall gesucht. I love you - wo bist du?

Für den heutigen Tag gibt der funktionierende Computer übrigens noch etwas her, nämlich diesen Spruch: "Glaubt denen, die die Wahrheit suchen. Zweifelt an denen, die sie finden." Das hat der berühmte Franzose André Gide geschrieben. Von ihm stammt auch das Buch "Die Verliese des Vatikan". Womit wir doch schon wieder bei der CDU wären.

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