Politik : Hinter den Linden: Im Namen des Euro

Hans Monath

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Es ist Zeit, Bilanz zu ziehen, dachte sich dieser Tage die "Aktionsgemeinschaft Euro". Bevor vom morgigen Dienstag an nun endgültig die neue Währung gilt, wollte die gemeinsame Kampagne von Bundesregierung, Europäischer Kommission und Europäischem Parlament noch hinausposaunen, mit welchen tollen Leistungen sie in den vergangenen zwei Jahren dazu beigetragen hat, dass die Bürger ihre Mark Mark sein lassen und die neuen Münzen und Scheine annehmen, ohne zu rebellieren. Also ließ man flugs eine Broschüre mit dem Euro-Signet vor beindruckend-kühlem Hintergrund auf dem Titel drucken. Sie enthält keinerlei praktische Informationen über den Euro, sondern listet penibel auf, wann Print-Anzeigen, Fernsehspots und Pressetermine für die Währungsumstellung gestartet wurden. Ein Nörgler und Europa-Gegner, wer nach den Kosten dieses Selbstlobs fragt, wenn er die hochwichtigen Informationen lesen darf. Etwa die: "Der Sprecher der Bundesregierung, Uwe-Karsten Heye, leitete vor dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung die Kampagnenphase II ein und stellte der Presse die Motive der Großflächenplakate vor." Oder: "Gemeinsam mit dem Goethe-Institut/Inter Nationes wurde am 4. Mai 2001 eine Podiumsdiskussion mit fünf hochkarätigen Fachleuten aus fünf Kontinenten veranstaltet." Aha, staunt der Laie, und der Fachmann nickt bewundernd. "Hochkarätige Fachleute!". Das also hat die "Aktionsgemeinschaft Euro" das ganze Jahr über gemacht. Übrigens, die überflüssigste Broschüre des Jahres trägt den schönen Titel: "Echte Werte setzen sich durch." Auch wenn man offenkundig manchmal ein bisschen nachhelfen muss.

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