Politik : Hinter den Linden: Kanzlerwinter

Stephan-Andreas Casdorff

Der Bundeskanzler hat es gut. Er hat zwei Weihnachtsbäume. Einer steht in Berlin, der kommt aus den Brandenburger Forsten. Auf gute Nachbarschaft. Den Baum in der Dahlemer Dienstvilla hat seine Frau geschmückt, mit Kugeln aus Thüringen und Lichterkette. Auch in Hannover hat Gerhard Schröder einen festlichen Baum. Auch den musste er nicht schmücken. Fürs Rausputzen ist Ehefrau Doris zuständig, verriet der Kanzler zum Fest. Tochter Klara konnte da helfen. Schließlich feiert die Familie zu Hause. Das ist an der Leine, sagt Gerhard Schröder. Doch was hat die Familie verpasst! Weiße Weihnachten in Berlin. Ein bisschen wie im Märchen. Schlitten fahren am Teufelsberg im Grunewald oder am Bunkerberg in Friedrichshain, Langlauf an der Zehlendorfer Rehwiese oder im Köpenicker Stadtforst. Sogar kleine Abfahrten für enthusiastische Alpinisten sind möglich. Die Hauptstadt, ein Wintersportort. Schön ist das. Nicht nur für Touristen. Auch für Kinder. Vielleicht sogar für Kanzler? Könnte sein. Auch nach den Feiertagen. Im Winter ein Schlitten für die Dienstfahrt - statt Audi? Das kostet keine Ökosteuer. Sogar die Kontrolleure vom Rechnungshof könnten Gutes daran finden. Vor einen solchen Schlitten gehören schließlich Pferde. Die hat die Berliner Polizei. Viele Berliner mögen die Pferde - anders als die unerbittlichen Prüfer der Finanzen. Eine Chance für Gerhard Schröder - als Märchenkanzler.

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