Politik : Hinter den Linden: Marga Elser spricht

Stephan-Andreas Casdorff

Das ist die Geschichte von Marga Elser, eine anrührende, bewegende, großartige. Die SPD-Abgeordnete aus Lorch im Ostalbkreis in Baden-Württemberg ist zurück im Bundestag, und sie meldet sich zu Wort. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. Denn Marga Elser hat eine Kieferoperation vor acht Monaten kaum überlebt.

Ein Eingriff am Oberkiefer Mitte August in einer Privatklinik in Wuppertal in Nordrhein-Westfalen missglückte. Der Arzt hatte keine Zulassung mehr, und bei der Narkose wurde Marga Elser ein Beatmungsschlauch in die Speiseröhre eingeführt, nicht in die Luftröhre. Das hatte katastrophale Folgen: Magenriss, Hirninfarkt, Lungenversagen. Zwei Wochen wurde Marga Elser im künstlichen Koma gehalten - sie gewann den Kampf um ihr Leben.

Sie wird weiter behandelt, auch logopädisch. Sie hat noch immer Probleme: Wortfindungsstörungen beeinträchtigen die Politikerin. Aber Rücksichtnahme fordert Marga Elser, die den Wahlkreis Aalen/Heidenheim vertritt, nicht. Sie arbeitet mit einem Zettel, schreibt sich zur Vorsicht die wichtigen Stichworte auf; dieses Gefühl beruhigt sie, macht sie sicherer.

Marga Elser hat in der letzten Woche, am Donnerstag Nachmittag, das erste Mal wieder im Bundestag gesprochen. Sie hatte ein Manuskript, Maschinen geschrieben. Denn sie kann nur schlecht und langsam mit der Hand schreiben. Aber alle konnten sie hören. Es ging um die erste Lesung zum Regierungsentwurf eines Pflegequalitätssicherungsgesetzes.

Gestern war Mara Elser in Potsdam, zur Klausur der Fraktionsarbeitsgruppe Gesundheit.

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