Politik : Hinter den Linden: Private Politik

Matthias Meisner

Familiengeld! Mehr Kindergeld! Kinder-Grundsicherung! Es ist nicht länger zu übersehen, dass die Familienpolitik im Wahljahr eine zentrale Rolle spielen wird. Im Wettstreit um die Wähler übertönt eine Partei die andere. Und immer geht es um Geld, Geld, Geld.

Da überrascht es, dass nun ausgerechnet die PDS, sonst im Verdacht populistischer Aktionen stehend, nun Familienpolitik billig vormacht. Vorbildlich sind die Genossen der sächsischen Landtagsfraktion, die gerade in Freital bei Dresden in Klausur gingen. Die Pressemitteilung dazu lässt fast keine Fragen offen - familienpolitisch. Zwar wird die Kita-Kampagne der Fraktion nur mit einem Satz erwähnt. Aber wir erfahren, dass der wiedergewählte Fraktionsvorsitzende Peter Porsch verheiratet ist und drei Kinder hat. Und auch, dass der 38-jährige Parlamentsgeschäftsführer in wilder Ehe lebt (eine Tochter). Akribisch aufgelistet ist ferner, wieviel Kinder die Schatzmeisterin, eine Frau Runge, und die drei Vize-Vorsitzenden der Fraktion gezeugt haben (bis zu drei, und alle sind verheiratet). Und die Landesvorsitzende? Sie ist 45 Jahre alt, Lebensgemeinschaft. Singles? Gibt es in der neuen Fraktionsführung der Mitteilung zufolge keine. Soll einer noch glauben, die Sozialisten hätten Nachwuchssorgen.

So viel Transparenz ist selten geworden in der Politik. Und vielleicht ist die Dresdner Statistik sogar nur der Auftakt? Folgen Berichte der Bundesprominenz über die Revolution im Schlafzimmer? Gibt bald Klatsch über Liebesleben und Lebenskrisen Hinweise darauf, dass die PDS eine normale Partei geworden ist? Alles über die PDS-Familie ist noch nicht raus.

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