Politik : Hinter den Linden: Raus erste Liebe

Gerd Appenzeller

Johannes Rau, unser Bundespräsident, ist das, was man eine öffentliche Person nennt. Sein Recht auf Privatleben, auf informationelle Selbstbestimmung, existiert nur noch rudimentär. Ein Staatsoberhaupt ist immer im Dienst. Dennoch ist es Rau auf bemerkenswerte Weise gelungen, einen persönlichen Freiraum für sich und seine Familie zu behalten, in den er niemand eindringen lässt. Und neugierige Reporter, die dieses unsichtbare und unausgesprochene Stoppschild nicht beachteten, erhielten als Antwort ein freundliches, aber durchaus verschlossenes Lächeln. Rau beherrscht das mimische "Bis hierher und nicht weiter!" mit einer professionellen Kühle, die man ihm, dem eher Sensiblen, gar nicht zutrauen würde. Aber jetzt hat der Bundespräsident eine Ausnahme gemacht und sieben Reportern in einem Interview erzählt, wie er so war - als Kind. Kein Wunder, auch die Reporter waren Kinder, sieben von 3500, die gestern im Schloss Bellevue bei einem großen Kinderfest zu Gast waren. Für ihre Mitschülerinnen und Mitschüler haben sie alles aufgeschrieben, was sie erfahren haben über das Leben im Schloss und was ihnen Johannes Rau erzählt hat. Dazu gab es eine Extra-Kinder-Zeitung, einen Kinderspiegel, der am Ende des Festes verteilt wurde. Damit auch alle, die gestern nicht ins Bellevue durften (zum Beispiel, weil sie älter als 12 Jahre sind) das Neueste vom Bundespräsidenten erfahren, drucken wir das Kinder-Interview und einen Bericht über das Kinderfest heute auch im Tagesspiegel ab. Wenn Sie also wissen wollen, wie die erste Freundin von Johannes Rau hieß und ob er als Kind eine Zahnspange trug, schauen Sie hier nach.

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