Politik : Hinter den Linden: Saftig

Ulrike Fokken

Unermüdlich ringen die Grünen um die Widersprüche des Lebens in einer endenden Industriegesellschaft. Geld und Natur, Verbraucher und Industrie, Multi-Kulti und Regionalisierung. Auch den ewigen Nebenwiderspruch der Geschichte - die Diskriminierung von Frauen - wollen die Grünen in dieser Legislaturperiode noch lösen: Ein Gleichstellungsgesetz für Frauen am Arbeitsplatz muss her und zwar sofort und nicht erst in zwei Jahren, wie die SPD das will. Aber zurück zu dem Hauptwiderspruch, der angeblichen Unvereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie. Eben nur angeblich, denn Unternehmer wissen längst, dass sie durch eine umweltfreundliche Produktion Geld sparen können. Politisch gesehen spielt die Realität ja bekanntlich oft nur eine untergeordnete Rolle, so dass sich noch eine Generation an diesem Widerspruch abarbeiten kann. Einen kleinen Beitrag hat Renate Künast zur Lösung des Problems beigesteuert. Seitdem sie das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz leitet, bekommen Mitarbeiter und Gäste nicht mehr Fruchtsäfte aus herkömmlichem Anbau, sondern Öko-Säfte zu trinken. Der naturtrübe Öko-Apfel-Saft ist 15 Pfennig billiger als der konventionelle Apfelsaft. Das finanziert nicht etwa der Steuerzahler, sondern die Getränke sind im Großhandel eben billiger. Womit sich zumindest innerhalb des Ministeriums zeigt: Öko rechnet sich.

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