Politik : Hinter den Linden: Schwarze Socken

Robert von Rimscha

66-mal werden wir noch wach, heißa dann ist Wahl-Tach! Dann ist der 21. Oktober, und hinter den Linden wird entschieden, ob der Wowereit oder der Steffel oder der Gysi regieren darf. Nun sind alle neugierig, wie es denn ausgehen wird im Oktober. Was natürlich niemand weiß. Interessant ist aber, worauf sich die handelnden Personen so einstellen. Und wie sie durch ihr persönliches Handeln erkennen lassen, worauf sie vorbereitet sind.

Nehmen wir mal Gisela Meister-Scheufelen. Die Stuttgarter Christdemokratin führt den Titel "im einstweiligen Ruhestand", weil sie Staatssekretärin bei Wirtschaftssenator Branoner war. Ein gutes Jahr lang, bis die Große Koalition platzte. Wie viele andere CDU-ler auch würde Meister-Scheufelen gern zurück an die Macht und wieder fort von ihrer Familie, die stets im Schwäbischen blieb.

Interessant ist, wie sie sich diese Rückkehr vorstellt. Sie wünscht sich nämlich einen starken Gysi, weil jede Stärkung der PDS eine Schwächung der SPD bedeutet. Und eine schwache SPD landet geradewegs in den Armen der CDU, auf der harten Pritsche namens Große Koalition.

In Stuttgart, wo man Meister-Scheufelen für ihre Arbeit in Berlin beurlaubt hatte, traut man der hauptstädtischen PDS offenbar nicht so viel zu. Rudolf Böhmler, der Chef des Staatsministerium, fahndet dort nach einem passenden Job für die bald erwartete Heimkehrerin. Ein wichtiges Amt, ein Ministersessel, eine Extraaufgabe wie "Technologiebeauftragte", irgendetwas. Vorsorglich. Falls, entgegen der Wünsche der CDU, die liebe PDS doch nicht so stark werden sollte.

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