Politik : Hinter den Linden: Total out

Ulrike Fokken

Das Politikerdasein stellt höchste Ansprüche an den Charakter. Ehrlich sollen die Volksvertreter sein, aufrichtig, verantwortungsbewusst und rechtschaffen. Das ist nicht einfach, wie die Mitglieder der CDU schmerzlich durch das Leben ihres ehemaligen Vorsitzenden Helmut Kohl erfahren mussten. Na gut, ein schwarzes Schaf verfärbt noch nicht die ganze Herde. Aber mit den, sagen wir mal Primärtugenden eines Politikers, ist es heutzutage ja auch nicht getan. Aber selbst wer es nicht zum Idealtyp schafft, sollte als Politiker doch verinnerlicht haben, dass sexistisches Machogehabe total out ist.

So leid sie einem tun kann, bietet die CDU schon wieder ein Beispiel für unzureichende Charakterfestigkeit. Als dieser Tage die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck, den Innenausschuss des Bundestages betrat, tuschelten die CDU-Abgeordneten über die Rocklänge von Beck, die an dem Tag den Blick aufs Knie gewährte.

Ein CDU-Innenpolitiker rollte daraufhin sein Hosenbein hoch und entblößte ein kalkiges, haariges Bein. Nicht schön, war die interfraktionelle Meinung der anwesenden Frauen. Die FDP, immer für den freien Wettbewerb zu begeistern, wollte gegen halten und einen ehemaligen Bundesminister ins Rennen schicken. Der kam über den Bund seiner Socken nicht hinaus, da Marieluise Beck seine Beine schon im Hosenbein als auf jeden Fall nicht schön disqualifizierte.

Insofern - ein klarer Sieg für Beck. Aber an der Charakterbildung der Innenpolitiker muss zumindest dieser Ausschuss noch hart arbeiten.

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