Politik : Hinter den Linden: Treffpunkte

Stephan-Andreas Casdorff

Ja, die Frage bleibt: Berlin hat gewählt - aber was? Eine Möglichkeit ist die so genannte Ampelkoalition, und damit die funktioniert, müssen FDP und Grüne zusammenkommen. Nun wollen wir diese Frage politisch nicht weiter beleuchten. Das wäre hier nicht der richtige Ort. Aber wir wollen uns dem Ort zuwenden.

Paris - Moskau, so heißt er und ist ein Restaurant. Bezeichnenderweise in ziemlicher Nähe zum Kanzleramt. Das soll jetzt keine Werbung werden, das nächste Mal dort ein Menü zu wählen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass sich in Berlin noch Plätze finden lassen, wo die Politik sich trifft. Und nicht direkt entdeckt wird. Jedenfalls einmal in Ruhe reden kann.

Und da ist es passiert: Ein langer Tisch, eine fröhliche Runde, die neue freidemokratische Führung feiert. Es war Spaß, und das war auch in Ordnung so, denn es handelte sich um die Vor-Dienstags-Zeit, die Zeit vor der Zeitenwende. Weiter hinten besprachen sich zwei Grüne: Oswald Metzger, der Hüter des Haushalts, der härter sparen würde als Hans Eichel, und Matthias Berninger, der Parlamentarische Staatssekretär im Verbraucherministerium. Realos alle beide, die wissen, was politisch geht. Als Metzger und Berninger dann aufbrechen, an den Freidemokraten grüßend vorbeigehen wollen, laden die sie fröhlich ein: in ihre Partei, aber auch, mit ihnen zusammenzusitzen.

Ja, so kann es kommen. Nur wenn man sich in der Nähe des Kanzleramts trifft? Wenn man sich halt überhaupt in der Nähe eines Amtes befindet. Dann kann es sein, dass man einander doch ganz sympathisch findet und zusammenkommt. Länger als gedacht.

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