Politik : Hinter den Linden: Utopie ist Fortschritt

Stephan-Andreas Casdorff

Politik braucht Utopien. Denn, so lehren das Leben seit Jahren und inzwischen auch die modernen Managementtheorien: Es gibt keinen Fortschritt ohne Visionen. Das scheinbar Unerreichbare - nur wer es anstrebt, der macht Fortschritte. Nehmen wir als Beispiel nur mal den Bundesarbeitsminister Walter Riester, der sich schon vor zwei Jahren vorgenommen hat, eine Reform der Rentenversicherung durchzubringen.

Beistand kommt nun für die Politiker von ungewohnter, aber hoher Stelle: aus dem Vatikan. Ein Beistand über alle Grenzen, auch Parteigrenzen, hinweg. Papst Johannes Paul II. hat nämlich einen Schutzheiligen für alle Politiker ernannt: Er wählte dafür den englischen Staatsmann und Humanisten Thomas Morus.

Morus hat - und das hilft der Politik bestimmt - "Utopia" verfasst. Utopia! Dass Morus am 6. Juli 1535 enthauptet wurde, muss die Politiker nun nicht gleich entmutigen. Die katholische Kirche hat ihn immerhin ein paar Jahrhunderte später, genauer: 1935, heilig gesprochen.

Papst Johannes Paul II. hat Morus ausgewählt, weil der englische Staatsmann "die Botschaft aussendet, welche die Jahrhunderte durchzieht und zu den Menschen aller Zeiten von der unveräußerlichen Würde des Gewissens spricht". So hat es ein Sprecher des Vatikan erklärt. Und daraus gefolgert, Morus sei ein Vorbild für eine Politik, deren oberstes Gebot der Dienst am Menschen sei.

Eine Utopie? Das Unerreichbare? So hat es doch nur den Anschein. Denn wer es anstrebt, der wird Fortschritte machen. Ganz bestimmt. Auch der Minister Riester. Oder die CDU. Daran muss man einfach glauben.

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