Politik : Hinter den Linden: Verlierer aus Bayern

Markus Feldenkirchen

Es ist bekannt, dass die Spezies des Homo Anglicanus kicktoris lederfixiert ist, sich in der Freizeit am liebsten mit so merkwürdigen Tätigkeiten wie kick and rush beschäftigt und den Deutschen an sich zu seinen natürlichen Feinden zählt. Richtig, der englische Fußballfan leidet seit Jahrzehnten unter einem Trauma, das sich deutscher Fußball nennt. Zu viele bittere Niederlagen, so viele, dass die Engländer irgendwann keine Lust mehr hatten, viel mit den Deutschen zu tun zu haben. So entschieden sich die Briten etwa, lieber nicht beim Euro mitzumachen, weil die Deutschen auch dabei sind. Insofern darf man die 1:5-Niederlage gegen England am Samstag als europafreundliche Geste von Völlers Truppe werten. Eine Maßnahme zur Völkerverständigung quasi, zur Stärkung des britischen Selbstbewusstseins. Erste Erfolge waren am Montag bereits im Europäischen Parlament zu beobachten. Dort hatte ein britischer Abgeordneter zu Beginn der Sitzung voller Stolz verkündet, dass die meisten Spieler der britischen Mannschaft von Vereinen aus seinem Wahlkreis im Nordwesten Englands kommen. Schön für ihn. Weniger schön war allerdings, dass die Länderspiel-Nachbetrachtung im Europäischen Parlament zu einer heftigen Auseinandersetzung im deutschen Team führte. Der Aachener Sozialdemokrat Martin Schulz wies süffisant darauf hin, dass die überwältigende Mehrheit der deutschen Loser-Truppe aus Bayern komme. Der CSU-Chef im EU-Parlament wollte dies nicht auf seinem Landstrich sitzen lassen. Sein Konter: "Im Vergleich zu Alemania Aachen können sich die Spieler aus Bayern durchaus sehen lassen."

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