Politik : Hinter den Linden: Wissen schafft was

Stephan-Andreas Casdorff

Vor kurzem haben wir uns an dieser Stelle mit Musik und Politik, Musik als Politik beschäftigt, weil dies so schön zum Thema der Beschleunigung und der Geschwindigkeit führte, zum Faktor Zeit in unser aller Leben. Leider hatten viele keine Zeit, sich damit zu beschäftigen. Darum ein neuer Versuch, aber auch nur kurz: diesmal mit Hilfe der Metapher Halbwertzeit des Wissens.

Ja, was wissen wir wirklich? Und wie lange hält dieses Wissen? Manche wissen noch, zum Beispiel, welche Fernsehsendung Verona Feldbusch moderiert hat. Inzwischen tut sie es nicht mehr, insofern ist das Wissen, dass es "Peep" war, veraltet. Neu ist, dass Verona Feldbusch Politikerin werden will. Für Fragen der Kinder. Jetzt einmal abgesehen von der Relevanz dieses Wissens - wie lange wird es im Gedächtnis bleiben? Nun ist die These, dass die Halbwertzeit des Wissens immer kürzer wird, weil das Wissen immer schneller veraltet. In einzelnen Fällen trifft das zu, im Hinblick auf den Gebrauch mancher Computer oder die Einwohnerzahl von Mexiko-Stadt. Aber Basiswissen, Logik, das kleine Einmaleins - das bleibt. Was wiederum zur Politikerin Verona Feldbusch zurückführt. Ihr Kollege Tony Blair hat Bildung zum "Megathema" erklärt, und viele sehen in Bildung einen Rohstoff für ihr Land. Wer als Politiker zu den klugen Modernisierern gehören will, muss sich klar machen, dass Computer schneller altern als Kinder erwachsen werden. Wichtig ist daher unter anderem, das richtige Lernen zu lernen (und nicht zu verlernen), damit sich das wichtige Wissen für eine längere Dauer im Gedächtnis hält. Wahrscheinlich weiß demnächst keiner mehr, um was es an dieser Stelle ging.

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