Hintergrund : Die Apec

Das Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsforum wurde einst für den Abbau von Handelsschranken im Pazifik gegründet. Heute dominieren aktuelle politische Fragen die Tagesordnung.

SydneyDas Asiatisch-Pazifische Wirtschaftsforum (Apec), dessen Staats- und Regierungschefs am Wochenende in Sydney zusammenkommen, wurde im Bestreben gegründet, eine Freihandelszone im pazifischen Raum einzurichten. Die 21 Mitgliedsstaaten, darunter die USA und Russland, machen zusammen 41 Prozent der Weltbevölkerung, fast die Hälfte des weltweiten Handelsvolumens und 56 Prozent des Bruttoinlandsprodukts des Planeten aus. Dennoch ist die Organisation außerhalb ihrer Grenzen weitgehend unbekannt. Das Ursprungsziel einer Freihandelszone tritt bei den jährlichen Apec-Treffen oft zugunsten der internationalen Tagespolitik in den Hintergrund.

So fand der Gipfel von Shanghai im Oktober 2001 kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York statt, aber auch in anderen Jahren befassten sich die Gipfelteilnehmer eher mit Themen wie internationaler Terrorismus, Irak-Krieg oder Nordkoreas Atombomben-Pläne, als mit dem Abbau von Handelsschranken. Kritiker werfen der 1989 gegründeten Apec deshalb vor, sie unternehme nicht genügend konkrete Schritte, um die angestrebte Freihandelszone zu erreichen. Dabei war dieses Ziel schon 1994 beim Gipfeltreffen in der indonesischen Stadt Bogor formuliert worden. Für die Industrienationen sollte es bis 2010, für die Entwicklungsländer bis 2020 erreicht werden.

6000 Delegierte beim Gipfel

Zu dem Treffen in Sydney werden neben den 21 Staats- und Regierungschefs über 40 Minister, rund 400 internationale Wirtschaftskapitäne, mehr als 6000 Delegierte und gut 1800 Journalisten erwartet. Zum Abschluss des Gipfels werden die Staatenlenker wie in jedem Jahr auf dem "Familienfoto" in traditionellen Kostümen des Gastgeberlandes posieren.

Derzeit sind folgende Länder Mitglied der Apec: Australien, Brunei, Chile, China, Hongkong, Indonesien, Kanada, Japan, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Papua-Neuguinea, Peru, Philippinen, Russland, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Vereinigte Staaten, Vietnam. (mit AFP)

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