Hintergrund : Die Goldene Moschee von Samarra

Die Grabmoschee in der nordirakischen Stadt Samarra ist eines der wichtigsten Heiligtümer der schiitischen Muslime. Anfang 2006 wurde sie erstmals durch einen Anschlag schwer beschädigt.

Hamburg/KairoDie Grabmoschee in der nordirakischen Stadt Samarra ist eines der wichtigsten Heiligtümer der schiitischen Muslime. Bei einem Sprengstoffanschlag im Februar 2006 wurde die Moschee schwer beschädigt. Die Explosion brachte die imposante Goldkuppel des auch als Goldene Moschee bekannten Gotteshauses zum Einsturz. Ein Mensch starb, zwei weitere wurden verletzt. Der Anschlag setzte im Irak eine Spirale der Gewalt zwischen Sunniten und Schiiten in Gang, die seither schätzungsweise 15.000 Menschen das Leben gekostet hat und zur Vertreibung Hunderttausender aus ihren angestammten Wohnvierteln geführt hat.

In der Goldenen Moschee befinden sich die Schreine der schiitischen Imame Ali al-Hadi und Hassan al-Askari, die im 9. Jahrhundert in der Stadt gelebt hatten. Der Moschee-Komplex, in dem laut Überlieferung auch die sterblichen Überreste von zwei weiblichen Angehörigen der Familie des Propheten Mohammed aufbewahrt werden, war im 10. Jahrhundert entstanden und mehrfach renoviert und vergrößert worden. Erst 1905 wurde die 68 Meter hohe vergoldete Kuppel des schiitischen Heiligtums fertig gestellt.

Der zehnte Imam Ali al-Hadi ist für die meisten Schiiten einer der zwölf "rechtmäßigen Imame" oder Nachfolger des Propheten Mohammed. Zusammen mit seinem Sohn Hassan al-Askari, dem elften Imam, verbrachte er fast sein ganzes Leben unter Hausarrest in Samarra. Im Jahr 868 wurde er angeblich auf Befehl des Kalifen Dschafar al- Mutawakkil vergiftet. Sechs Jahre später starb auch sein Sohn durch Gift. Der zwölfte Iman ist dem schiitischen Glauben zufolge entrückt und soll am Ende der Tage zur Errichtung eines islamischen Reiches wiederkehren. (Foto: dpa)

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