Hintergrund : Die wichtigsten Namen beim BND

Der Geheimdienst BND soll jahrelang Journalisten im Inland bespitzelt haben. Zu den handelnden Personen und Amtsträgern zählten:

- Bernd Schmidbauer (66) war von 1991 bis 1998 Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt unter Helmut Kohl (CDU). Seine Einmischung in heikle Aktionen brachte dem CDU-Abgeordneten den Spitznamen «008» ein. Seine Mitgliedschaft im Parlamentarischen Kontrollgremium ruht wegen der Affäre.

- Hansjörg Geiger (63) war von 1996 bis 1998 BND-Präsident. Als Staatssekretär im Justizministerium trat er 2005 in den Ruhestand. Er bemühte sich um ein besseres Image des Auslands-Geheimdienstes. Beschuldigungen Schmidbauers, er habe 1996 die Beschnüffelung von Journalisten verfügt, weist der Jurist zurück.

- August Hanning (60), jetzt Staatssekretär im Innenministerium, war von 1998 bis 2005 BND-Chef. In die Amtszeit des Reformers und früheren Vertrauten von Schmidbauer fiel der umstrittene Einsatz von BND-Beamten im Irak. Bevor Hanning den BND verließ, wurde der so genannte Journalisten-Skandal publik.

- Ernst Uhrlau (59) ist als Nachfolger von Hanning an der BND- Spitze und Aufklärer gefragt. Die aktuelle Affäre spielte sich vor seiner Zeit ab. Von 1991 bis 1996 war er Leiter des Verfassungsschutzes in Hamburg. Bis 2005 war er sieben Jahre Geheimdienstkoordinator unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD).

- Volker Foertsch (geb. 1935) war drei Jahrzehnte beim BND, wo er es zum Beschaffungs- und Sicherheitschef brachte. Foertsch soll direkt mit Aktionen gegen Journalisten befasst gewesen sein. Seine Karriere endete, als ihm ein früherer Agent Ende der 90er Jahre Spionage für den russischen Geheimdienst vorwarf. Foertsch ging rehabilitiert in Pension.

- Konrad Porzner (71) war von 1990 bis 1996 BND-Präsident. Obwohl sich die Vorgänge hauptsächlich in seiner Amtszeit abspielten, fällt sein Name kaum. Porzner soll von einer Überwachung des Publizisten Erich Schmidt-Eenboom gewusst haben, der 1993 ein Buch über den BND veröffentlichte. (tso/dpa)

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