Hintergrund : Vorwahlen in den USA

Die USA leiten ihre Präsidentschaftswahl traditionell mit einer Vorwahl ein. Die Kandidaten müssen sich erst in der eigenen Partei durchsetzen, bevor es zum großen Zweikampf zwischen Republikanern und Demokraten um das Präsidentenamt kommt.

Amir El-Ghussein

BerlinTheoretisch wäre es im US-Wahlrecht möglich, dass zwei Kandidaten einer Partei das Präsidentschaftsrennen antreten. Um das auszuschließen, halten die Parteien Vorwahlen in jedem Bundesstaat ab. Derjenige, der als Sieger daraus hervorgeht hat das Recht, als einziger Kandidat seiner Partei in die Präsidentschaftswahl zu starten. Das Ziel der Parteien ist eine möglichst breite Parteibasis hinter einen Kandidaten zu bringen und eine Spaltung der Wählerschaft zu vermeiden. Das Wahlverfahren variiert von Staat zu Staat. In einigen Bundesstaaten wählen nur die Parteimitglieder, in anderen dürfen auch Nicht-Mitglieder an den Wahlen teilnehmen.

Unterschied von Primary und Caucus

Bei den so genannten Primaries wird mit einem Wahlzettel abgestimmt. Es gibt geschlossene Primaries hier dürfen nur registrierte Wähler der Partei abstimmen. Bei offenen Primaries dürfen alle registrierten Wähler ihre Stimme abgeben. Bei einem Caucus treffen sich alle registrierten Wähler einer Partei. Die Anhänger der verschiedenen Lager werben um unentschlossene Parteimitglieder. Am Ende entscheidet die Größe der einzelnen Gruppen über das Ergebnis der Wahl.

Bei den Vorwahlen wählen Demokraten und den Republikanern Delegierte, die ihre Stimme für einen Vertreter Kandidaten abgeben. Doch die Anzahl der Delegierten ist bei Demokraten und Republikanern unterschiedlich. Während es bei den Demokraten mehr als 4000 solcher Wahlmänner gibt, sind es bei den Republikanern nur etwa 2000. Die Kandidaten die über die Hälfte der Delegiertenstimmen erringen, haben das Rennen für die Präsidentschaftskandidatur gewonnen. Kandidaten, die sehr schlecht abschneiden geben oft schon während der Vorwahlen auf.

Die parteiinternen Ausscheidungen enden in großen Parteitagen von Demokraten und Republikanern, auf denen der Kandidat fürs Präsidentenamt gekürt wird. Sie sollen die Geschlossenheit der Partei nach dem anstrengenden Ausscheidungsrennen demonstrieren und einen guten medialen Start in den Präsidentschaftswahlkampf gewährleisten. Die Demokraten halten diesen Parteitag vom 25. bis 28. August 2008 in Denver ab. Die Republikaner treffen sich vom 1. bis zum 4. September und zelebrieren die Kandidaten-Kür.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben