Politik : Hintze rüttelt am Stammzell-Konsens CDU-Politiker will freie Forschung

Maren Peters

. In Deutschland bahnt sich eine neue Debatte über den Embryonenschutz an. Nachdem das Europaparlament mit deutlicher Mehrheit für eine unbegrenzte Embryonenforschung gestimmt hat, forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Hintze am Freitag, auch das deutsche Stammzellgesetz zu überdenken. „Der Bericht der Bundesregierung zur Evaluation des Stammzellgesetzes muss Auslöser einer Neubesinnung in Deutschland sein“, sagte Hintze dem Tagesspiegel. Der Bericht soll im Januar vorgelegt werden. Damit droht der Parteienkonsens gut eineinhalb Jahre nach Verabschiedung des Stammzellgesetzes zu zerbrechen. Der Bundestag hat den Import von Embryonen unter strengen Auflagen zugelassen. Allerdings dürfen nur solche aus überzähligen Embryonen gewonnene Stammzelllinien eingeführt werden, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden.

Hintze sagte dagegen, auch in Deutschland müsse die Forschung an neuen Stammzelllinien möglich sein, wenn dies nach Meinung der Wissenschaftler von Bedeutung sei. „Ich könnte gut auf den Stichtag verzichten“, sagte er. Hintze forderte den EU-Ministerrat auf, „die Entscheidung des EU-Parlaments ernst zu nehmen“. Die forschungspolitische Sprecherin der CDU, Katherina Reiche, sagte: „Ich halte die Entscheidung des Europäischen Parlaments für ethisch und medizinisch richtig.“ Die Bundesregierung will dagegen verhindern, dass der EU-Ministerrat der Förderung von Embryonenzüchtung zustimmt.

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