• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Hinweise bei Sicherheitsbehörden : Al-Qaida-Terroristen auf dem Weg nach Deutschland

17.11.2010 16:17 Uhrvon
In Berlin zeigt die Polizei an Flughäfen und Bahnhöfen Präsenz.Bild vergrößern
In Berlin zeigt die Polizei an Flughäfen und Bahnhöfen Präsenz. - Foto: dapd

UpdateNach Tagesspiegel-Informationen liegen Sicherheitsbehörden konkrete Hinweise darauf vor, dass Al-Qaida-Terroristen auf dem Weg nach Deutschland seien.

Den deutschen Sicherheitsbehörden liegen nach Informationen des Tagesspiegel Hinweise aus den USA vor, wonach zwei bis vier Al-Qaida-Terroristen unterwegs sind, um in Deutschland und Großbritannien Anschläge zu verüben. Die US-Partner hätten vor einer knappen Woche als Datum für die zu erwartende Ankunft der Terroristen in Deutschland den 22. November genannt, hieß es in Sicherheitskreisen. Zu befürchten sei, dass die Terroristen Weihnachtsmärkte oder ähnliche Ziele angreifen, bei denen sich viele Menschen aufhalten.

Als Drahtzieher der geplanten Anschläge wird der aus Pakistan stammende Mohammed Ilyas Kashmiri genannt, eine der führenden Figuren der Al Qaida.

Kashmiri soll auch schon den Anschlag vom Februar dieses Jahres auf das Touristenlokal "German Bakery" in der indischen Stadt Pune (früher Poona) inszeniert haben. Bei der Explosion einer Rucksackbombe starben 17 Menschen, ungefähr 60 wurden verletzt, darunter eine Deutsche. Kashimiri soll die zwei bis vier Terroristen im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet rekrutiert haben. Die Identität der Männer ist  unklar. Die Terroristen würden vermutlich über Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate reisen, hieß es in Sicherheitskreisen weiter. Das Bundeskriminalamt prüfe schon seit Tagen sämtliche Visa-Anträge, die in deutschen Botschaften in Pakistan, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten eingereicht wurden.   

Es soll sich um eine kleine Gruppe handeln. Die Hinweise auf die möglichen Anschläge sind nach dapd-Informationen diesmal nicht, wie zuletzt bei den Paketbomben, vom saudischen Geheimdienst gekommen. Es handle sich um einen anderen Dienst aus „der arabischen Region“, hieß es. Möglicherweise habe auch der pakistanische Geheimdienst ISI bei der Unterrichtung der deutschen Sicherheitsbehörden eine Rolle gespielt. Die Terroristen sollen aus dem Berliner Raum stammen. Sie seien nach ihrem Übertritt zum Islam „ziemlich schnell über undurchsichtige Wege“ von Berlin aus in die Terrorcamps der Al-Qaida nach Pakistan geschleust worden.

Aus Sorge vor einem Terroranschlag noch im November sind in ganz Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen mit sichtbarer Polizeipräsenz verschärft worden. Auch auf Flughäfen und Bahnhöfen sowie an den Grenzen gibt es strengere Kontrollen.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) berichtete am Mittwoch in Berlin von konkreten Hinweisen, dass für Ende November ein Anschlag geplant ist, ohne ins Detail zu gehen. Zugleich mahnte er die Bevölkerung zu Zurückhaltung: "Es gibt Grund zur Sorge, aber aber keinen Grund zur Hysterie." De Maizière sprach von einer "neuen Lage" hinsichtlich der Terrorgefahr in Deutschland. Grundlage für die neue Einschätzung sind Hinweise aus dem Ausland, aber auch eigene Erkenntnisse der deutschen Behörden. Die Bundesregierung habe "konkrete Ermittlungsansätze und konkrete Spuren" auf Anschlagspläne. Konkretere Einzelheiten zum Zeitpunkt oder zu den möglichen Zielen nannte er nicht.

Der CDU-Politiker verglich die aktuelle Gefährdungslage mit der Situation vor der Bundestagswahl im Herbst vergangenen Jahres. Bereits damals hatte es Befürchtungen gegeben, dass Deutschland zum Ziel eines Anschlags der Terrorgruppe Al Qaida oder anderer islamistischer Gruppen werden könnte. In den vergangenen Monaten verdichteten sich dann die Hinweise, dass aus Deutschland kommende Islamisten sich in Terrorcamps im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ausbilden lassen und derzeit auf dem Rückweg sind.

Die höheren Sicherheitsvorkehrungen gelten nach Angaben des Ministers für das ganze Land. Es gehe um Objekte, die seit längerem besonders geschützt würden. Ausdrücklich nannte er Flughäfen und Bahnhöfe. Einige der Maßnahmen würden für alle "sichtbar" sein, andere nicht.

De Maizière schloss auch nicht aus, dass es innerhalb des sogenannten Schengen-Raums im Einzelfall wieder Personenkontrollen geben wird. Dazu sei mehr Personal im Einsatz, um mitzubekommen, wer nach Deutschland einreise.

Der CDU-Politiker betonte, die Sicherheitsbehörden seien auf die gestiegene Terrorgefahr "gut vorbereitet". "Wir zeigen Stärke, lassen uns aber nicht einschüchtern", versicherte de Maizière. "Wir lassen uns durch den internationalen Terrorismus weder in unseren Lebensgewohnheiten noch in unserer freiheitlichen Lebenskultur einschränken." Zugleich verwies der Minister auf die internationale Zusammenarbeit beim Anti-Terror-Kampf. "Wir sind aufs Engste mit unseren Nachbarn und Partnern im Gespräch." (mit rtr/dpa/AFP)

Es ist sechs Uhr morgens und Sie haben die wichtigsten Zeitungen schon gelesen. Oder die Tagesspiegel Morgenlage. Redaktionsschluss fünf Uhr morgens. Minuten später auf Ihrem Smartphone, Tablet oder Computer. Die kostenlose Nachrichten- und Presseschau gibt es für Politik-Entscheider oder Wirtschafts-Entscheider. Entscheiden Sie sich für eine oder beide.

Die Afghanistan-Connection


Sie waren zusammen im Afghanistan-Einsatz. Jetzt sitzen sie auf entscheidenden Posten im Ministerium. Sie prägen das Bild, das sich die Ministerin macht. Sie bestimmen Ausrichtung, Struktur und Selbstverständnis der Truppe. Welche Folgen hat das für Deutschlands Sicherheit?
Eine Recherchekooperation des Tagesspiegels mit dem ARD-Magazin "Fakt".

Die Afghanistan-Connection
Folgen Sie unserer Politikredaktion auf Twitter:

Dagmar Dehmer:


Andrea Dernbach:


Cordula Eubel:


Fabian Leber:


Matthias Meisner:


Elisa Simantke:


Christian Tretbar:


Claudia von Salzen:

Tagesspiegel twittert

Service

Weitere Themen

Todesopfer rechter Gewalt